Nach Weihnachten

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Nach Weihnachten

Nach Weihnachten

Sven Solge

Er rappelte sich auf, wobei er auf der schrägen Böschung fast in den Graben gerutscht wäre. Nachdem er einen festen Stand gefunden hatte, half er Talea aufzustehen, was besser funktionierte als er erwartet hatte.
Als sie dann stand verzog sie doch ihr Gesicht, ihr rechter Fuß schien weh zu tun, denn sie setzte ihn nur vorsichtig auf.
Ohne lange nachzudenken, beugte Lewin sich vor und hob sie auf seine Arme. Mit einem überraschten Laut, legte Talea einen Arm um seine Schultern und er stapfte mit der leichten Last durch den mittlerweile hohen Schnee zu seinem Hauseingang. Dort setzte er sie kurz ab, suchte seinen Schlüssel und nachdem er sie humpelnd ins Treppenhaus gehieft hatte, hob er sie erneut hoch und schleppte sie die eine Etage bis zu seiner Wohnung hoch.
Im Flur zog er zuerst seine Jacke aus und half Talea dann ihre auch auszuziehen. Ihre Jacke hatte zum Glück die Feuchtigkeit des Grabens größtenteils abgehalten, dafür war ihre Hose aber durchnässt.
Etwas hilflos stand dieses zarte Persönchen vor ihm und schaute ihn fragend an. Lewin hatte schon geahnt, was für ein Kleinod er mit in seine Wohnung genommen hatte, war jetzt aber doch überrascht, wie süß Talea aussah.
Er riss sich zusammen und fragte sie: „Was hältst du davon, wenn du unter die Dusche gehst und erst mal warm duscht? Meinst du, du schaffst das allein? Danach kannst du vorerst meinen Bademantel anziehen und deine nassen Sachen zum Trocknen über den Heizkörper legen.“
Er wartete keine Antwort ab und schob sie vorsichtig ins Bad, zeigte ihr den Bademantel und wie die Dusche funktionierte, stellte noch den Heizkörper auf volle Pulle und legte ihr ein Handtuch hin, dann ließ er Talea allein.  
In der Küche überlegte er, was er ihr Gutes tun könnte, damit ihr wieder warm werden würde. Er erinnerte sich, dass seine Mutter immer eine Hühnersuppe gekocht hatte, wenn er als Kind erkältet war.

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