Nachbesprechung mal anders

Manchmal kommt es anders als erwartet

49 20-32 Minuten 2 Kommentare
Nachbesprechung mal anders

Nachbesprechung mal anders

Jo Diarist

Bei diesen Aktivitäten mit Hajo kamen auch leichte Verlustängste auf, aber sie wirkten belebend auf mich.“
„Mich mit einem anderen Mann bei Intimitäten zu beobachten, erregt dich jetzt also mehr als das, was eben war?“, fragt Lilly und wirkt traurig dabei.
„Nein, auf keinen Fall. Nur hast du es schon lange nichts mehr so mit mir gemacht wie vorhin.“
„Hmm, das wird sich ändern, oder möchtest du mir lieber nur zusehen wenn ich es mit anderen Männern treibe?“
„Nein, auf keinen Fall“, wehre ich energisch ab. „Hajo hat mir heute zwei Dinge bewusst gemacht. Er bestand darauf, dass ich bei diesem Treffen dabei bin. Ich hatte nie in Erwägung gezogen, dass es anders hätte laufen können und möchte es auch nicht. Es ist mir klar geworden, dass es mir nicht gefallen würde, dich allein mit einem anderen Mann zu lassen und hinterher vielleicht nur zu hören, was gewesen ist. Anderen mag es etwas geben, mir nicht. Die zweite Sache ist das Eingebunden sein in die Aktivitäten. Ja es hat mich erregt euch zuzusehen, doch viel schöner ist es dabei zu sein. Es gab mir das Gefühl, alle haben etwas davon.“
„Warum ...?“, setzt Lilly zur nächsten Frage an.
„Jetzt bin ich erst einmal dran!“, unterbreche ich sie, weil die Fragen, die ich ihr noch zugestanden habe, aufgebraucht sind.
Mit einem gespielten Schmollmund und einer bestätigenden Geste gibt sich Lilly geschlagen.
„Als Erstes möchte ich wissen, warum du mich in letzter Zeit so abgeblockt hast? Ich hätte dieses Gespräch gerne schon vor Tagen geführt.“
Lilly muss nicht überlegen, was mir zeigt, dass ihre Antwort echt ist.
„Weil ich selbst nicht mit mir im Reinen war. Ein ständiges Auf und Ab hat mich beherrscht. Es gab dabei Momente, da habe ich dich – und auch mich – gehasst.“
Erschrocken halte ich die Luft an und ernte ein Lächeln. Sanft streichelt Lilly mir über die Wange und fährt fort:
„Das ist jetzt nicht mehr so, aber ich musste erst einmal meine eigenen Gedanken ordnen.

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Dankeschön!

schreibt Jo_Diarist

Nur keinen Druck @rockroehre, nur keinen Druck ;-) Ein bisschen Kitsch wirst du wohl ertragen müssen, denke ich :-) Also wenn du das Ende und eine Stelle ca. in der Mitte so empfindest. Da kommt wohl manchmal mein inners Sensibelchen durch, so nach der Art von Rosamunde Pilcher, hat eine Leserin mal gemeint. :-) Aber im großen Ganzen geht es so ähnlich weiter wie bisher. Ich hoffe ich vergraule dich damit nicht und VIELEN, VIELEN DANK für dein Lob!

Kompliment!

schreibt rockroehre

Ein herausragend gut geschriebenes Kapitel dieser Erzählung — vielen lieben Dank! Man darf gespannt sein, ob das Wegekreuz von hier ab zu einem weiteren Lesevergnügen führt, oder doch nur einmal mehr ins Tal der erdgeschichtlichen Probleme zwischen den Gipfeln Pathos, Kitsch, Pseudodrama und defekter Schalter für die Tränendrüse. Lieber Autor: ich zähl auf dich. Du hast dein Talent schon so oft bewiesen, dass ich mich eher wundern würde, wenn du dich in die alten Maschen vesrtricktest.

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