Nachhilfe zum Orgasmus

25 6-10 Minuten 0 Kommentare
Nachhilfe zum Orgasmus

Nachhilfe zum Orgasmus

Wulff Triebsch

Sie schien auch nicht mehr zu zählen, sondern sich einfach ihren erregten Gefühlen hinzugeben.
Wir beide fanden schnell einen gemeinsamen Rhythmus, den wir unaufhaltsam steigerten. Durch ihren Körper zog sich ein fast unmerklich leichtes Zittern, das in ihrem Schoß begann, ihren Bauch erfasste, ihre Schenkel und ihre Schulter. Sie hob und senkte ihren Schoß im Rhythmus meiner Stöße, wandte ihren Kopf nach rechts und links, verkrallte ihre Hände in meine Oberarme, als ihr Körper zu pulsieren begann. Ein gellender Schrei begleitete unseren gemeinsamen Orgasmus, der sich lange Augenblicke hinzog. Erschöpft sank sie auf die Liege.
„Das war nicht das, was du von mir erwartet hattest, nicht wahr. Ich konnte nicht anders.“ Sie schaute mich enttäuscht an: „Das wird wohl nie was mit mir“, hauchte sie.
„Ich heiße übrigens Wulff“, erklärte ich.
„Wulff?“, wiederholte sie staunend. „Aber am Telefon, der hieß doch Olaf.“
Endlich klärte ich sie über ihr Missverständnis auf. Sie trommelte mit beiden Fäusten wütend gegen meine Brust. „Du Mistkerl“, meinte sie. „Du wolltest nur mit mir vögeln.“ – „Und du? Du hast mir einen stümperhaften Orgasmus vorgetäuscht.“ Sie machte eine Pause. „Ich heiße Sybille“, erklärte sie und schaute an mir vorbei. „Vielleicht bin ich für den Job überhaupt nicht geeignet“, meinte sie und streifte ihren Bademantel über.
Nachdem wir uns wieder angezogen hatten, kehrten wir wortlos in die Lounge zurück. Jetzt wollte auch sie ein Bier, gleich ein großes, wie sie erklärte.
Die Tür ging auf, Olaf erschien mit vier Männern. Er schaute Sybille an. „Bist du Sybille?“, fragte er. „Wenn du willst, können wir gleich mit dem Bewerbungsgespräch beginnen. Ich habe Verstärkung mitgebracht, Sybille!“ Ich zwinkerte ihr zu. Sie zögerte zuerst, gab mir dann jedoch einen Kuss und verschwand mit den Männern in den Umkleideräumen.

Am nächsten Tag rief mich Olaf an und suchte Rat bei mir. „Wir haben zwei Frauen in engere Auswahl genommen: Sybille und Jamila, eine rassige Afrikanerin. Jamila ist, wie soll ich sagen, attraktiver, aber etwas unstet, launisch. Sybille macht das sehr beständig, fast wie ein Zählwerk, selbst beim vierten Mann entwickelt sie noch die gleiche Leidenschaft wie beim ersten. Was meinst du, was gefällt den Männern mehr?“
„Nimm Sybille, Olaf. Gleichbleibende Qualität ist, was deine Kunden zufriedenstellt.“
„Das ist auch meine Erfahrung“, meinte Olaf, bedankte sich und legte auf.

Klicke auf das Herz, wenn
Dir die Geschichte gefällt
Zugriffe gesamt: 33195

Sie müssen sich anmelden, um Kommentare hinzuzufügen.

Gedichte auf den Leib geschrieben