„Wenn du mich vorbeilässt, dann würde ich ganz gern ins Bad, ja“, parierte ich Mareikes Versuch, mich aus der Reserve zu locken.
„Wie unachtsam von mir“, erwiderte Mareike und trat kaum merklich zur Seite.
Ich kam auf sie zu, ohne meinen Blick von ihren Augen abzuwenden. Ihr Funkeln wurde stärker.
Ich schob mich an ihr vorbei, touchierte ihre Brust, was sie unzweifelhaft hatte provozieren wollen. Doch jetzt schaute sie unschuldig weg und trat in den Flur.
Ich sah ihr hinterher, wie sie zum Gästezimmer schlich. Sie war keine außergewöhnliche Frau, nicht besonders hübsch, keine großen, nein eher kleine Brüste, die nicht so recht zu ihrer ausladenden Hüfte, ihrem kräftigen Arsch passen wollte. Und dennoch fühlte ich in diesem Moment ein so starkes Verlangen, als wenn wir einen Erotikstar bei uns zu Besuch gehabt hätten.
In der Tür des Gästezimmers drehte sich Mareike unvermittelt um und grinste mich an, ehe sie in der Dunkelheit ihres Zimmers verschwand. Ertappt.
‘Puh’, dachte ich. ‘Anfängerfehler.’
Aber letztendlich war es egal. Mareike würde morgen weg sein und ganz nebenbei war ich mit ihrer Freundin zusammen. Ich zog die Badezimmertür zu, ging auf die Toilette und versuchte endlich auf andere Gedanken zu kommen. Aber als ich das Badezimmer wieder verließ, waren da immer noch das Funkeln in Mareikes Augen und ihre sich wiegende Hüfte, zwei verlockende Bilder, die sich in meinen Schädel festgekrallt hatten und nun eine heimtückische Allianz mit meinem Verlangen eingingen.
Ich blieb wie angewurzelt stehen. Mareikes Tür stand offen. Hatte sie sie vergessen zu schließen oder… Nein, so etwas passierte maximal in irgendwelchen billigen Erotikstreifen. Sie hatte sie ganz sicher nicht extra offenstehen gelassen. Ich beschloss die Tür zu schließen, damit ich Mareike am nächsten Morgen nicht wecken würde, wenn ich als erster aufstehen würde.
Nächtliche Untreue
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Nächtliche Untreue
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Stark
schreibt grauhaariger