Nachtlust und -frust

Erotischer Sommer in der Toskana - Teil 5

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Nachtlust und -frust

Nachtlust und -frust

Franck Sezelli

Der Grauhaarige begann zügig zu zeichnen, forderte Daniel einmal auf, das Kinn höher zu heben und geradeaus zu gucken, ein anderes Mal die Knie näher an die Brust zu nehmen. Dann verwickelte er sein Modell in ein – angesichts der nordischen Mentalität des Künstlers – längeres Gespräch: »Wie hast du dich bisher hier eingelebt?«
»Ganz gut, denke ich«, antwortete der schüchterne Abiturient bescheiden.
»Und was hältst du von den Mädchen?«
»Wie? Was soll ich von ihnen halten? Sie sind ganz nett.«
»Nur nett? Du müsstest dich doch wie der Hahn im Korbe fühlen.« Und Hans setzte noch einen drauf, es wurde schon eine richtige Rede: »Wenn ich so jung wie du wäre, würde ich diese Situation schon zu nutzen wissen. Die drei Schnuckelchen scheinen mir keine Kinder von Traurigkeit zu sein …«
»Mmmhh …« Mehr konnte der ziemlich Eingeschüchterte dazu nicht sagen. Ob der alte Mann weiß, was mir vergangene Nacht passiert ist? Haben die beiden geplaudert und wissen nun alle von meinem Versagen?
»Du bist jung! Du wirst das schon packen, da bin ich mir sicher!« Der erfahrene Künstler nickte dem jungen Mann aufmunternd zu und entließ ihn aus seiner Modell-Aufgabe. »Bis zum nächsten Mal, ich sage Bescheid.«

Die drei Badenixen begrüßten Daniel mit großem Hallo, als er, gleich nach der Sitzung bei Hans, am Pool auftauchte. Im Wasser bedrängten ihn die neugierigen Mädchen und wollte wissen, wie er denn für den alten Künstler Modell stehen musste.
»Im Sitzen«, erklärte Daniel.
»Einfach so sitzend? Auf einem Stuhl?« Franziska wollte es genauer wissen.
»Es ging um eine Zeichenstudie für ein größeres Gemälde.«

»Da wissen wir doch immer noch nicht, wie du da sitzen solltest!« Claudia wirkte genervt.
»Na ja, auf dem Gemälde soll ein junger Mann von einer Anhöhe in die Landschaft gucken.«
»Das kann er doch wunderbar im Stehen!« Sandra verstand gar nichts mehr.
»Nein, im Gras sitzend – oder hockend, wie ihr wollt!«

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