Nackt

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Alina Soleil

Meine Muschel zieht, pocht und pulsiert, sie ist jetzt komplett offen, ich kann das tatsächlich spüren.

Keine zwei Armlängen neben mir liegt Anne und hat keine Ahnung von dem, was ich hier treibe. Sie ist in einen Roman der japanischen Autorin Michiko Aoyama vertieft: Das Café der guten Wünsche.
„Helen, das musst du lesen“, hat sie die letzten Tage schon mehrfach zu mir gesagt. Das sei einfach so entspannend. Michiko habe einen wunderbaren Stil, sie schreibe so herrlich unaufgeregt.
Ich sagte, dass das eine schöne Umschreibung für langweilig wäre, um sie ein wenig zu ärgern.
„Nein, doch nicht langweilig“, beharrte Anne. Entspannend sei das passende Wort. Man fühle sich sofort ein bisschen weniger gestresst. Michikos Bücher zu lesen, täte einfach nur gut.

Mir täte jetzt etwas anderes einfach nur gut. Aber genau in dem Moment, als ich mein frivoles Fingerspiel fortsetzen will, dreht sich Anne zu mir um, setzt sich auf und öffnet ihren Bikini.
„Jetzt, wo die Jungs nicht da sind, könnte ich auch was für meine nahtlose Bräune tun.“ Einen Moment später landet ihr Oberteil neben der Liege, kurz darauf auch ihr Höschen. Dann legt sie sich auf den Rücken, verschränkt die Arme hinter dem Kopf und schließt die Augen.

Schöne Brüste hat sie. Größer als meine, fraulicher. Ich hatte noch nie was mit einem anderen Mädchen, auch wenn ich weibliche Körper sehr erotisch finde. Ich versuche, mir vorzustellen, wie sich Annes Brüste anfassen. Vielleicht ein bisschen wie mein Hefeteig, wenn ich Pizza backe: rund, glatt, leicht federnd. Sehr, sehr sinnlich. Ich kann mir vorstellen, dass ihr Freund Reiner seine reine Freude an ihnen hat. Ich muss schmunzeln, weil wir immer Wortspiele mit seinem Namen machen. Reiner und Anne sind seit fünf Jahren ein Paar, etwas länger als ich und Matze.

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