Dass ich hätte dranbleiben müssen. Ich bin jetzt so durch den Wind, brauche unbedingt einen Orgasmus, aber meine Klitoris ist jetzt völlig überreizt, die raue Fingerkuppe tut ihr weh, als ich sie versuchsweise nochmal anstupse. Außerdem wird mir langsam kalt unter der Dusche.
Ich schnappe mir mein Handtuch, trockne mich ab und lege mich ziemlich frustriert wieder neben Anne in die Sonne.
„Na, genug abgekühlt?“, fragt sie, ohne von ihrem Smartphone aufzuschauen.
„Hat gereicht.“
Ich zittere immer noch ein wenig, wie damals als Kind, wenn ich zu lange im kalten Wasser im städtischen Freibad war und mit blauen Lippen und schlotternden Knien zurück zur Liegewiese gehüpft bin, wo meine Eltern schon mit dem Frotteebademantel auf mich warteten.
„Was daddelst du denn die ganze Zeit?“
„Och, ich schreibe nur mit ein paar WhatsApp-Kontakten. Grüße aus dem Urlaub, ein paar Fotos, so Zeug halt“, antwortet Anne, ohne ihre Tipperei aufzuhören.
„Ah.“
„Wieso fragst du?“
„Nur so.“
„Bist du sauer?“
„Nein, wieso?“
„Weiß nicht, du klingst irgendwie so … zickig.“ Sie fummelt immer noch auf ihrem Handy rum. Jetzt ärgere ich mich richtig. Und zwar über mich. Anne war die ganze Zeit über komplett in ihrem Flow, sie hat von meinem Treiben nichts mitbekommen. Ich hätte wahrscheinlich neben ihr mit dem Womanizer brummen können und sie hätte es nicht bemerkt. Und jetzt bin ich so überreizt, dass ich’s im Moment jedenfalls vergessen kann. Klassischer Fall von „Ich hab’s verkackt“.
Ich mache mir eine mentale Notiz, dass mir so etwas nicht mehr passiert. Das Leben ist zu kurz für verpasste Orgasmen. Andererseits: Ich bin immer noch horny like hell und wenn’s mir gelingt, das irgendwie über den Tag zu retten, dann wird’s eine geile Nacht. Zur Not gehe ich halt noch ein paar Mal schwimmen. Oder duschen. Und natürlich nackt.
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