Nackt am Seil

11. Teil aus Professor Doctor P. Orn

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Nackt am Seil

Nackt am Seil

Peter Hu

...Orn und Sabin war im Augenblick überhaupt nicht nach träumen zumute. Im Gegenteil, sie wollten sich überhaupt nicht ausmalen, was ihnen bald bevor stehen würde. Die Soldaten hatten sie ins „Verhörzentrum“ der revolutionären Garden geschafft.
Das Geschützgrollen der nahen Orangafront war hier gut zu vernehmen. Es barg eine gewisse Hoffnung, denn die Regierungstruppen erlangten langsam wieder die Oberhand. Doch die Entscheidung konnte auch noch Wochen auf sich warten lassen. Bange Wochen, ...viel zu lange Wochen, die man dem „Befragungsteam“ der Revulutionsgarden ausgeliefert war. Und die waren entschlossen, die nackte Wahrheit aus ihren Gefangenen heraus zu kitzeln. Natürlich stand das „Auge“ im Mittelpunkt des Interesses.

Selbstverständlich hatte man sich eingangs recht zivilisiert gegeben; ...ganz freundlich nach dem Verbleib des wertvollen Steins gefragt.
Doch mit den feinen Spielregeln demokratischer Gepflogenheiten, kannte man sich in der eben erst ausgerufenen Republik Oranga natürlich noch nicht so gut aus.
Ein einfaches „Ich weiß nicht“, ...wollte man nicht so ohne weiteres akzeptieren.
Auch in solchen Angelegenheiten übliche Fragen, wie etwa: ...“Wann sehen wir unseren Anwalt?“
...Oder: „Ist unsere Diplomatische Vertretung schon informiert?“, ...wurden daher nur mit rüden Knuffen und Tritten beantwortet.
Richtig brenzlig jedoch wurde die Situation, als man auf die sympathische Frau Doktor Willhelm zu sprechen kam.

„Und wo ist der „Kafftanitische Deckhengst“ dieser „Kaltblütigen Stute“ abgeblieben?“ ...zischte der neugierige Verhörleiter bösartig.
Die Befragten hatten auch wahrheitsgetreu geantwortet. Denn schließlich wussten sie ja wirklich nicht, wo sich Ali gerade aufhielt. Auch hätten sie selbst gern gewusst, wo sich Franziska Willhelm gerade mit dem Stein versteckte. Aber die schlichte Wahrheit genügte dem verhörenden Hauptmann Rodriges Viktorio de Lagatt, nun einmal nicht.
Sie war für ihn sogar äußerst unbefriedigend. Schließlich stand ja für ihn so ziemlich alles auf dem Spiel. Außerdem raste er vor Eifersucht. So beschloss der Gehörnte also, als er im Guten nicht weiter kam, zum „Hochnotpeinlichen Verhör“ überzugehen...

Diese Befragungsmethode war umstritten und galt unter Menschenrechtlern als nicht eben das reine Zuckerschlecken. Doch wen scherte das hier schon?
Hauptmann Lagatt hatte extra eine "Spezialistin", vom "Informationsbeschaffungsdienst" einfliegen lassen.

Die Frau hatte ihren Beruf ursprünglich in den Staaten erlernt; hatte dort lange als Domina gearbeitet bevor sie zum Geheimdienst wechselte; ...wurde aber wegen zahlreicher Beschwerden der Kundschaft ausgewiesen; ...hatte die zu Berfagenden augenscheinlich zu leidenschaftlich gekitzelt..
Bei diesen vielversprechenden Qualifikationen, fand die passionierte „Meisterin“ natürlich sofort eine neue Anstellung beim „INFO.BESCH.D.“ der „Orangischen Volksfront“...

„Bringen sie mir zunächst die hübsche, blonde Stute herein“ ...befahl die Verhörleiterin daher auch ziemlich herrisch.
„Oder nein, ...noch besser, sie bringen gleich beide. Er soll aus nächster Nähe zusehen, wie ich sie vornehme. Das wird ihn schnell mürbe machen… Ja, genau, Auge in Auge an die Deckenhaken mit ihnen“...

Orn und Sabin hingen also in stählernen Ösen unter der Decke des Kellers. Ihre Gesichter waren einander zugewandt. So sahen sie sich mit schreckensgeweiteten Augen an, während Agarta Schmerz (Künstlername aus vergangenen Tagen) ihren „Bizarren Werkzeugkasten“ wie den Ausstellungskoffer eines Vertreters aufklappte.

Mit perversem Vergnügen erklärte sie darauf jedes einzelne Instrument bis ins pikanteste Detail.
Während ihrer genüsslichen Ausführungen, begann sie damit, Sabin mit einem scharfen Skalpell zu entkleiden.
Sie streichelte dabei sanft und anerkennend über jede zarte Körperregion der sichtlich nervösen Blondine. Zwar verwendete die Böse dazu nur die stumpfe Seite der Klinge. Aber allein die Vorstellung des Bevorstehenden genügte...

Endlich war Sabin vollständig von lästigen Kleidungsstücken befreit. Die passionierte Sadistin postierte sich bequem hinter ihrer unruhigen „Klientin“.
Peinlich berührt stellte Sabin fest, dass sie zu schwitzen begann. Zunächst nur in den Achselhöhlen, schließlich brach es ihr aus jeder Pore ihres nackten Körpers...
Schmeichelnd spielten die Fingerspitzen der Verhörmeisterin durch diese kitzligen Grübchen unter den Armen. Langsam fuhren die kalten Finger darunter hindurch, und fanden Sabins strotzende Brüste. Grinsend kniff die Hinterhältige in die empfindlichen Haubenspitzen. Dann kraulten sie wieder ganz sanft über die Rippen herab und neckten den bebenden Bauch.
Sabin protestierte stöhnend, als der Mittelfinger mit einem Ruck in ihre saftige Feige gestoßen wurde. Ein Gemisch aus Protest und unbeabsichtigter Lust. Denn der feindliche Finger geigte immer wieder unter leichtem Drehen über ihren aufgestellten Kitzler.
Aber diese Lust fand einen herben Kontrast. Während ihre Muschi wonnig verwöhnt wurde, wanderten die langen Finger der freien Hand an den Schenkeln hinab. Sabin fühlte die langen, schwarz lackierten Krallen, die scharf genug geschliffen waren, um sie mühelos zu tranchieren.
Mit heftigem Widerwillen reagierte Sabins empfindsamer Körper auf diese doch eigentlich so sanften Kosungen.
Gewiss, ihre rosige Schnecke begann zu glänzen, ihre Nippel wurden hart, die rosigen Aureolen überzogen sich mit einer erregten Gänsehaut. Aber Sabin verabscheute diese Hexe. Sonderbarerweise steigerte sich diese Antipathie mit wachsender körperlicher Erregung. Denn Sabin hasste es, sich derart gegen ihren Willen manipulieren zu lassen...
„Oh, das Küken ist ja schon geil“, ...höhnte die schwarzhaarige Verhörspezialistin.

Agarta Schmerzeslust war eine Frau, an der die Schönheit nur knapp vorüber geschritten war. Eigentlich war sie recht hübsch, wenngleich sie die Vierzig schon eine Weile überschritten hatte. Aber knapp daneben, ist eben auch vorbei. Ihre Nase war in der Kontur eine Spur zu scharf. Das Kinn eine Idee zu spitz, ...der Mund eine Kleinigkeit zu groß..., und so setzten sich ihre kleinen Fehler eben fort, dass im Ergebnis eine zynische Hexe mit erheblichem Missgunstfaktor heraus kam. Devote Männer stehen auf solche Frauen. Schöne Frauen mussten sie fürchten…
Darum war Agarta auch im Domina-Beruf einst recht erfolgreich. Die Männer liebten sie eben nicht, sie bezahlten nur für die Angst, die sie vor ihr haben durften. Kein Kompliment, eher eine Beleidigung, die sie mit Verachtung quittierte.
Schöne Frauen aber, hatten es der Bösartigen regelrecht angetan. Nicht etwa, dass sie sie liebte, ...ganz im Gegenteil. Aber sie genoss die Situationen, die es ihr erlaubten über unverdiente Schönheit zu triumphieren. ...Eine sonderbar wollüstige Eifersucht. Wohl und Wehe der bevorzugten Geschlechtsgenossin lag in ihrer Hand...

Und das bekam Sabin jetzt drastisch zu spüren, als die scharfen Krallen der Domina nun ihren Druck erhöhten. Wieder fuhr die Hand alle erlesenen Köstlichkeiten des ihr ausgelieferten Körpers ab. Aber jetzt waren die Berührungen alles andere als angenehm.

Sabin zuckte empfindlich, verkniff sich aber jegliche Klage. Schließlich litt sie für ihren geliebten Orn. So straffte sie sich sogar noch stolz, um ihm zu beweisen, wie sehr sie zu leiden für ihn bereit war...
Sabin ertrug es sogar noch klaglos, als Agata ihr die kleinen, gemeinen Zwingen an die Nippel setzte. Erst als die Befragerin mit sadistischem Grinsen an den kleinen Schraubrädchen drehte, gellte ein lauter Protestschrei durch den Keller.
Aber es war nicht etwa die Tapfere Sabin, die ihrem unterdrückten Schmerz nun Luft verschaffte. Nein, es war der Professor, der nun um Gnade für seine Assistentin flehte.

...„Lassen sie doch das arme Mädchen in Ruhe! ...Sie hat mit der Sache nichts zu tun! Sie weiß nichts, und kann ihnen auch nichts erzählen. ...Nehmen sie mich, wenn sie solch ein Vergnügen am Quälen haben! ...Aber lassen sie Sabin gehen“, ...flehte der Professor inbrünstig, und zu jedem persönlichen Opfer bereit...

‚Ich glaub es kaum, er liebt mich‘, ...dachte Sabin ergriffen und im Herzen berührt.
‚Er will sich sogar für mich opfern.“ Tränen der Rührung traten ihr ins Gesicht.

Die Verhörerin aber, lachte nur boshaft. ...„Das könnte dir so passen, du genusssüchtiges Schwein... Entweder du packst aus, oder ich verschrotte die kleine Schlampe so gemein, dass du sie nicht einmal mehr anschauen magst! Also, ...wo finden wir das „Auge?“ Wo treibt sich der Rest deiner diebischen Bande herum?“...

Um ihre Worte zu bekräftigen, griff sie in ihre Werkzeugkiste. Ein edelstählernes Nadelrädchen blitzte im Scheinwerferlicht...
„Aufhören“, ...schrie Orn erneut. Er musste unbedingt Zeit gewinnen.
„Ich gestehe alles. Binden sie das Mädchen los, dann werden sie alles erfahren, was sie von mir wissen wollen.“
„Spielverderber“, ...knurrte die Domina sichtlich enttäuscht. Sie hatte sich so sehr darauf gefreut, die hübsche Blonde Stück für Stück zu demontieren…
Mit fragendem Blick wandte sie sich an den beisizenden Hauptmann. Der nickte nur, ...schien auch irgendwie enttäuscht.
„Bringt das Mädchen in seine Zelle“, ...befahl er seinen Wachen säuerlich.
...„Nein, der Mann bleibt hängen“, ...höhnte er, als einer der Soldaten auch Orn von der Kette befreien wollte.
„In dieser Lage, plaudert es sich leichter“, ...lachte er schallend.

Jetzt sprudelten die Lügengeschichten nur so aus unserem vierschrötigen Archäologen heraus. Ali wäre gewiss sehr stolz auf ihn gewesen, hätte er das nur hören können.
Orn konnte nur hoffen, dass der Araber sich in der Zwischenzeit etwas einfallen ließ, um sie aus dieser misslichen Lage zu befreien. Der Schwindel mochte vielleicht für ein, ...zwei Tage funktionieren. Flog er erst auf, waren sie auf die Gnade sämtlicher Götter angewiesen…

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...Ali war inzwischen aufbruchsbereit. Auch Sveta war sichtlich erholt, als plötzlich ein Grüppchen von drei "kleinen Leuten" am Lagerfeuer auftauchte. Erst traute sie sich gar nicht vom Baum herunter. Doch bald stellte sie fest, dass sich die Wilden recht freundschaftlich zum Orientalen gesellten. Der hatte inzwischen wieder ein Stück Riesenschlange auf dem Feuer, und lud die Gäste freundlich zum Frühstück ein.
„Das klingt ja gar nicht gut“, ...meinte der genüsslich kauende Anführer des Spähtrupps zwischen zwei Happen.
„Aber wir werden schon eine Lösung finden. Am besten, ihr kommt erst einmal mit uns. Gemeinsam sind wir stärker. Und unser Medizinmann weiß fast immer Rat. ...Du hast übrigens eine sehr interessante Art, den Pyton zuzubereiten. Was verwendest du für Gewürze?“...

...„Ich hätte nicht geglaubt, dich so schnell wieder zu sehen“, ...schloss der junge Häuptling den bärtigen Araber herzlich in die Arme.
„Es hat sich eine Menge Ärger für euch ergeben, seit ihr das verfluchte Auge gestohlen habt. Habe ich recht?“
„...Wir haben das verfluchte Ding nicht ohne Grund all die Jahrhunderte dort liegen lassen, wo ihr es gefunden habt...“
Ali suchte nach einer passenden Ausrede. Doch der junge Häuptling hob beschwichtigend die Hände.
„Wir sind euch deswegen gar nicht böse. Eigentlich sind wir ja sogar froh darüber, dass das verdammte Ding endlich fort ist. So gelangt es wenigstens nicht in die Hände des größenwahnsinnigen Generals.“
„Du wunderst dich, warum wir das alles wissen? ...Unsere „Weisen Männer“ sind ausgezeichnete Knochenleser. ...So haben wir auch erfahren, dass der Professor und seine weiße, goldhaarige Blume in ernstlichen Schwierigkeiten stecken. ...Man treibt gerade ein ziemlich finsteres Ritual mit ihnen. ...Ein blutrünstiges Ritual, ähnlich, wie es die verfluchten Waia in der Vergangenheit getrieben haben. Es wird höchste Zeit, deinen Freunden endlich beizuspringen. Vielleicht können wir das Blutopfer ja noch verhindern“...

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