Nackt auf der Opferpyramide

2. Teil aus "Schwüle Nächte im Urwaldtempel"

14 13-20 Minuten 0 Kommentare
Nackt auf der Opferpyramide

Nackt auf der Opferpyramide

Peter Hu

Ich fand ihn zu keiner Zeit besonders attraktiv; ...was gewiss auch mit seinem fortgeschrittenen Alter zusammen hing. Doch seit ich dieses Anliegen hatte…
...Er fraß mir aus der Hand.
Natürlich war er sofort Feuer und Flamme. Er organisierte sogar einen der beiden funktionstüchtigen Armeehubschrauber, als ich ihm im Gegenzug eine kleine Privatshow im Urwald versprach…

Dass mich diese Reise derart erregen sollte, hätte ich selbst nicht für möglich gehalten. Schon während des Fluges war ich feucht. Ich trug knallenge Shorts, ...und wegen des dornigen Unterholzes kniehohe Lederstiefel. Dazu eine dünne, durchsichtige Seidenbluse. Selbst der Pilot war durch meine Erscheinung derart abgelenkt, dass es mich zwar extrem erregte, aber auch ein wenig besorgte. Schließlich waren ja auch diese Journalistin und der fliegende Entdecker plötzlich vom Radar verschwunden. Wer weiß schon, was die Alte auf diesem Flug am Leibe hatte?…
...Als der Hubschrauber auf dem verwilderten Vorplatz der Pyramide aufsetzte, erfasste mich ein seltsamer Rasch. Meine sexuelle Erregung verzehnfachte sich augenblicklich. Was nichts mit meinen beiden Begleitern zu tun hatte. Auch wenn sie mich inzwischen mit den Augen verschlangen.
Hatte ich dem Innenminister eine private Extrashow versprochen? Er sollte sie bekommen! Und der hübsche Pilot gleich dazu.
Die Anlage lag unter dem wuchernden Grün von Jahrhunderten begraben. Das ungeschulte Auge konnte hier wirklich nicht viel mehr erkennen, als einen grünen Berg mit harten Kanten und einer perfekten Spitze.
Doch ich war im Rausch. Gab es wirklich so etwas wie Wiedergeburt? In diesem Augenblick hatte ich keinen Zweifel daran. Ich war mir ganz sicher, dass ich in einem früheren Leben schon einmal hier gewesen bin. Plötzlich erklärten sich meine speziellen, bizarren, ja teilweise sogar pervers anmutenden Neigungen wie von selbst. Meine Eitelkeit, meine Zeigefreudigkeit, meine Arroganz…

Vor meinem geistigen Auge wich der Urwald zurück. Ich hätte jede Frage der Wissenschaftler beantworten können. Denn einst hatte ich hier geherrscht: ...Als Königin, an der Seite meines Herrn und Ehemannes. Und als die höchste Priesterin und erste Dienerin meines Volkes.
Wir befanden uns im Allerheiligsten unseres Reiches: Dem Tempelbezirk.
Hier opferten wir den Göttern; dankten ihnen für große Siege, für gute Ernten, politisches Geschick und den wirtschaftlichen Gedeih unserer reichen Stadt.
Doch in Zeiten der Not, flehten wir sie hier auch um Hilfe an; ...opferten zunächst unsere besiegten Feinde, ...dann unsere Bauern, ...schließlich unsere Besten. Und am Ende schritt selbst ich die lange Treppe zum Dach der Welt hinauf, um den Göttern mein Blut zu geben. …Im Tausch gegen Wasser...

Klicke auf das Herz, wenn
Dir die Geschichte gefällt
Zugriffe gesamt: 4974

Sie müssen sich anmelden, um Kommentare hinzuzufügen.

Gedichte auf den Leib geschrieben