Nahaufnahme

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Anita Isiris

Sias Muschi glänzte im Licht der beiden Spotlampen, die exakt auf die Stelle gerichtet waren, die zu zeigen sie sich am meisten schämte. Vorsorglich hatten die beiden Fotografen das Mädchen mit ein paar Lychee-Drinks enthemmt. Ausführlich hatten sie die Sache mit ihr besprochen. Sia hatte sich zunehmend entspannt. Die Fotosession fand in ihrer Wohnung statt; Roberto war der Ansicht, sie würde sich in der vertrauten Umgebung wohler fühlen als in einem anonymen Fotostudio am Stadtrand.In einem knöchellangen weissen Kleid hatte Sia die beiden Männer empfangen; die roten Flecken am Hals, die immer dann erschienen, wenn sie aufgeregt war, konnte sie nicht verbergen. Von der kleinen Wohnung ging etwas Mädchenhaftes aus – bestimmt auch wegen der beiden Rosina Wachtmeister-Bilder, die zwar mittlerweile völlig aus der Mode waren, zu Sia aber irgendwie passten. Sie bat die beiden Fotografen ins Wohnzimmer, wo sie ihnen Salzcrackers und Holundersaft offerierte. Dezent schlug sie die Beine übereinander, was den Blick der Fotografen auf ihre sorgfältig manikürten Füsse lenkte. Wie zerbrechlich sie wirkte, und wie jung! Die schweren Kamerataschen wollten nicht so recht ins lichte Wohnzimmer passen neben die bunte und gemütliche Sitzecke, den hell getäfelten Boden, das Windspiel, das sie aus Vogelfedern gebastelt hatte und die leere weissen Wand im Hintergrund, die sie bestimmt eines Tages verschönern würde. Sia war erst vor kurzem an der Flurstrasse eingezogen und hatte sich vorgenommen, die Wohnung nicht von allem Anfang an vollzupferchen mit Nepp. Hell sollte es sein hier, hell, warm und gemütlich. Das Besondere am Raum war eine Wendeltreppe, die nach oben zu ihrem Schlafzimmer führte. Dieses bauliche Extra war wohl auch der Grund für die vergleichsweise hohe Miete. Sia liebte aber diesen kleinen Luxus. Es war ein schönes Gefühl, sich beim Zubettgehen zurück ziehen zu können ins kleine schmucke Schlafzimmer in der oberen Etage. "Nun?" Sia blickte die beiden Männer erwartungsvoll an. "Wollen wir anfangen?" Roberto liess sich nicht lange bitten und öffnete seine Kameratasche. Die ultramoderne Konica Minolta legte er vor sich auf den Ikea-Glastisch. "Wir werden sehr viele Bilder von dir machen, Sia", sagte er bedeutungsvoll und blickte dabei Thomas ernst an, der neben der jungen Frau sass und den Blick senkte. "Es werden auch Nahaufnahmen dabei sein." Sia lächelte. Sie nippte nochmals an ihrem Lychee-Drink und wippte kokett mit dem rechten Fuss. Innert Sekunden war Robertos Kamera aufnahmebereit. Das erste laszive Foto war im Kasten. Wie viele Girls ihrer Generation kannte Sia wenig Hemmungen. Klar zeigte sie sich nicht gleich jedem. Sie war aber im Zeitalter der tief sitzenden Jeans, der bunten String Tangas und der auf dem Markt erneut gepushten Wonderbras aufgewachsen, sah in den Big Brother Serien, wie unbedarfte Bewohnerinnen vor laufenden Kameras nackt duschten und fand nichts dabei, sich sexy anzuziehen – einfach so aus Spass. Robertos Kamera verschlang sie förmlich; Sia war ausgesprochen fotogen in ihrem weissen Kleid, dem gewagten Ausschnitt und ihrer perfekten Figur, für die sie wöchentlich mehrmals trainierte. Sias Haar: Lichte, dunkelblonde Locken, die Gesicht und Schulter umrahmten. Sias Nase: Ein fein geschwungenes Kunstwerk, das die Männer in Verzückung geraten liess. Sias Lippen: Vergleichbar mit denen von Cosma Shiva Hagen in "Sieben Zwerge – Männer allein im Wald", falls das einem von euch etwas sagt.
Sias Augen: Hier erübrigt sich jede Beschreibung; etwas derart Seelenvolles lässt sich nicht in Worte fassen.
Allmählich kam Stimmung auf; Sia war fasziniert von Robertos Kollegen Thomas, der über feinsinnigen Humor und viel Fantasie verfügte, wie sich im Verlauf des Gesprächs zeigte. Sia sollte ihr weisses Kleid vorerst an behalten. Er schenkte ihr noch etwas Lychee "Café de Paris" ein und lächelte ihr auf entwaffnende Art zu. "Bevor dich der Alkohol vollständig benebelt, bitte ich dich, in der Mitte deines Wohnzimmers ein wenig zu tanzen." Schwankend kam Sia der Aufforderung nach. Sie stand auf und bewegte sich zur Mitte des Raumes. Dort breitete sie die Arme aus und wippte erst auf und ab. Dann drehte sie sich um die eigene Achse und ihr Haar flog in alle Richtungen. Roberto knipste eine Bewegungsserie. Thomas starrte nur. Dann dehnte Sia ihren Rücken und bückte sich. Ihre Beine waren durchgestreckt; mit den Fingerspitzen berührte sie den Boden. Ihre Figur liess sich bestens erahnen; Thomas fragte sich nur noch, ob sie beide Sia so weit bringen würden, diese Bewegungsserie nackt zu wiederholen. Mit einem leichten Knicks beendete Sia ihre kleine Show und ging leichtfüssig zur Sitzecke zurück. "Gut so?" fragte sie neugierig. Roberto bejahte. Erst jetzt entdeckte Thomas das Rosen-Tattoo an ihrem linken Knöchel. "Dieses Tattoo möchte ich fotografieren… bitte!" sagte er heiser und lächelte Sia an. "Das Ding ist aber mit einem Zauber belegt – wer es fotografiert, wird verflucht und kriegt Kopfschmerzen!" warnte sie, setzte sich aber so hin, dass Thomas sein Bild machen konnte. Den Fuss legte sie auf den Glastisch, direkt neben die Lycheeflasche. Sorgfältig stellte Thomas seine Spiegelreflexkamera ein und zoomte Sias Zauberknöchel heran. Bald darauf folgten die eingangs erwähnten Nahaufnahmen. Lächelnd knöpfte Sia ihr Kleid auf und zog sich aus. Endlich streifte sie ihr klitzekleines Höschen ab.
Sias Muschi glänzte im Licht der beiden Spotlampen, die exakt auf die Stelle gerichtet waren, die zu zeigen sie sich am meisten schämte. Vorsorglich hatten die beiden Fotografen das Mädchen mit ein paar Lychee-Drinks enthemmt. Ausführlich hatten sie die Sache mit ihr besprochen. Sia hatte sich zunehmend entspannt. Die Fotosession fand in ihrer Wohnung statt; Roberto war der Ansicht, sie würde sich in der vertrauten Umgebung wohler fühlen als in einem anonymen Fotostudio am Stadtrand.
In diesem Moment begann etwas in Thomas’ Kopf zu summen. War es die Erregung, die Sias nacktes Geschlecht in ihm auslöste? War es die Hitze, die von ihr auf ihn über ging? Das Summen hörte nicht auf und ging in einen stechenden Kopfschmerz über, der Thomas fast das Bewusstsein kostete. "Muss mich hinlegen", flüsterte er leise. Die gelernte Krankenschwester reagierte rasch und half Thomas bei der Lagerung auf ihrem Sofa. Sie legte ihm ein zusammengerolltes Kissen in den Nacken und holte im Badezimmer ein Waschtuch, das sie gekühlt hatte und legte es ihm auf die Stirn. Dann dämpfte sie das Wohnzimmerlicht. Nachdenklich betrachtete Roberto die Silouhette der nackten Frau, die sich soeben rührend um seinen Partner kümmerte. Die Situation war bizarr. Bevor die beiden Männer bei Sia aufgekreuzt waren, hatten sie bei einem Bier die bevorstehende Fotosession besprochen. "Rumkriegen" wollten sie "die Kleine", auf dass sie ihnen "alles zeige". "Ölen" wollten sie sie mit Lycheesaft, auf dass sie "ihre Hemmungen ablege" und sich "ihnen öffne". "Besaufen" wollten sie sich an "Sias jungem, geilem Body", "Tausende von Euros scheffeln" wollten sie danach, wenn sie die Fotos der Krankenschwester im Internet "unter die Jungs" brachten.
Und jetzt das! Gedämpftes Licht, Thomas nahezu bewusstlos und Sia, das vermeintliche Sexobjekt, das "Epizentrum der Begierde", die sich fachgerecht um ihn kümmerte. Robertos Erektion, die sich bis jetzt gehalten hatte, liess nach. "Und jetzt?" fragte er hilflos. "Er braucht einfach Ruhe", antwortete Sia mit ihrer warmen und herzlichen Stimme. Sie ging um den Glastisch herum und stand direkt vor Roberto. Das matte Licht brachte ihr Haar zum Leuchten; Roberto hatte ihren nackten Venushügel direkt vor sich. "Ich möchte, dass du jetzt meine Seele fotografierst. Folge mir", sagte sie in bestimmtem Ton und schritt zur Wendeltreppe. Roberto warf einen besorgten Blick auf Thomas, der sich nicht mehr regte, und ging hinter Sia her in den oberen Stock. Dieser runde, geile Arsch, verdammt! Sias Schlafraum duftete nach Vanille und Veilchen. Sie schloss die schweren Brokatvorhänge, die dem Gemach etwas Prinzessinnenhaftes verliehen. "Eure Männerfantasien habt ihr an mir abreagiert", flüsterte sie, "jetzt machen wir Fotos, wie ich sie mir vorstelle. Sie schlüpfte, nackt, wie sie war, ins Bett und deckte sich bis zum Hals zu. "Fotografiere mich jetzt, bitte", sagte sie und schloss die Augen. Folgsam machte Roberto ein paar Porträts. Er hoffte, dass die Belichtungszeit stimmte – der Raum war nur spärlich beleuchtet. "Ich wünsche mir Bilder, auf welchen man ahnt, aber nicht sieht", flüsterte Sia und entblösste ihre Brüste. Schwer, warm und weich wirkten sie vor dem Hintergrund des sonnengelben Lakens; Roberto schraubte einen Weichzeichner auf sein Objektiv. Was er im Sucher erblickte, war umwerfend. Sias Haar auf dem Kopfkissen, ihre halb geöffneten Lippen, ihr langer Hals, die Wölbung ihres Busens. Ja, Sias Busen brachte ihn fast um den Verstand. Wie gerne hätte er ihn berührt, Sia seine Wärme spüren lassen. Sie wirkte aber unnahbar, entrückt. "Fotografier einfach", ermutigte sie ihn. Als er seine Kamera für einen kurzen Moment senkte um die Belichtung neu einzustellen, sah er, wie sich das Laken in Sias Bauchhöhe leicht bewegte. Noch immer hatte sie die Augen geschlossen. Es bestand kein Zweifel, dass sie sich befriedigte, zärtlich und langsam. Ausser ihrer Hand bewegte sich nichts. Roberto schluckte leer. Er setzte sich an den Bettrand und fotografierte sein Modell aus einer etwas andern Perspektive. Nach ein paar Minuten atmete Sia heftiger; dann blieb die Hand unter dem Laken still. Sia räkelte sich etwas und zog dann das Leintuch bis zum Bauchnabel hinunter. Dann knipste sie das Nachttischlicht an. "Ich bin bald so weit", lächelte sie, "ich möchte jetzt, dass du meine Seele fotografierst". Roberto hielt inne. Er konnte sich genau vorstellen, wie Sias Mittelfinger an ihrer Muschi kreiste. Ihre wahre Technik sollte ihm aber verborgen bleiben. Sia atmete heftiger. Roberto konzentrierte sich jetzt ganz auf ihr Gesicht. Sias Zunge kam kurz zum Vorschein, dann begann sie leise zu stöhnen. In ihren Körper kam Bewegung, ihre Brüste hoben und senkten sich; sie atmete tief. Dann öffnete sie die Augen. "Ich bin so weit", keuchte sie; ihr Hals war über und über mit roten Flecken besät. Roberto konzentrierte sich auf ihre Augen.
Sias Augen: Hier erübrigt sich jede Beschreibung; etwas derart Seelenvolles lässt sich nicht einmal von mir in Worte fassen.
Dann fotografierte Roberto Sias Seele. Ihre tiefgrünen Augen weiteten sich und blickten in die Ferne. Ihr Stöhnen wurde lauter. Dann verschleierte sich ihr Blick. Ausdrucksstark begannen Sias Augen zu leuchten. Wie zwei Edelsteine wirkten sie, unnatürlich nah und doch so fern. Ihr Körper bebte. Roberto knipste und knipste. In Sekundenbruchteilen änderten Sias Augen ihre Form, ihre Ausdrucksweise, ihre Aura. Ob es Roberto gelingen würde, Sias Aura festzuhalten? Dieses Flüchtige, Innerste, dieses Nach-Aussen-Dringen von Sias verborgenen Gefühlen?
Ihr Orgasmus war intensiv und dauerte fünfzehn Sekunden. Von diesen fünfzehn Sekunden machte Roberto einundzwanzig Bilder. Dann schloss Sia die Augen.
In der Zwischenzeit hatte Thomas sich erholt, sass am Rand der Couch und fuhr sich mit dem Waschlappen übers Gesicht. Hinter ihm knarrte die Wendeltreppe; Sia und Roberto hatten ihr Werk vollendet. Tags darauf entwickelten die beiden Fotografen gemeinsam Sias Bilder. Die Nahaufnahmen, die sie von ihrem Körper gemacht hatten, verschwanden in einer Kartonkiste unter Tausenden ähnlicher Fotos. Anatomische Details eben. Mehr nicht. Die Bilder von Sias Augen aber bewegten die beiden Männer zutiefst. Sie fertigten sich Kopien an und hängten sie, jeder für sich, übers Bett in ihren Junggesellenschlafzimmern.

 

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