Doch gänzlich ohne Heiterkeit verlief diese Therapiestunde auf der Couch nicht — gelegentlich pupste sie, dann lachte sie unbeschwert und meinte mit entschuldigendem Kopfschütteln: beim Arschficken pumpen die Jungs immer soviel Luft in mich rein.
Auch K. musste lachen und bewunderte ihre absolute Unbefangenheit in intimen Dingen.
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Was gehört ihr? Was gestehst Du dir zu? Du bist hier, ich bin nackt, das ist jetzt kein ausschließlich nüchterner Geschäftstermin, lachte sie. Du lebst also nicht wie ein Mönch!
Noch während er überlegte, gab sie selbst die Antwort: Das Eindringen ist ihr vorbehalten. K. nickte. Nun bin ich eine dauergeile Dreilochstute, raunte sie ihm lächelnd ins Ohr, und du willst nirgends rein bei mir? Ihr bedauernder Unterton klang aufrichtig, aber in ihren Augen und Mundwinkeln verriet sich der Schalk. K. atmete schwer. Nein, antwortete er heiser.
Dann ist auch die Berührung verboten, denn sie ist im Fühlen schon die Vorwegnahme des Kommenden, der Erfüllung aller Sehnsüchte. Und erst recht gehört ihr das Küssen, denn das ist die gefühlvollste Begegnung zweier Menschen.
Wie recht sie hatte. In seinem Hirn tobte ein Gewitter widerstreitender Empfindungen. Er sehnte sich nach seiner Liebsten, mit der er wahre Intimität entdeckt hatte, und er sehnte sich nach dieser jungen Frau, die in seine Seele vorzudringen suchte, die in der Sinnlichkeit der Abgrenzung noch keinen Vorrang vor der Hingabe gab.
Das Wichtigste in der Liebe ist die Freude beim anderen, fuhr sie fort. Ich freue mich, dass Du mir nah sein willst, dass Du mich begehrst, dass ich Dich errege, alles andere ist keine Erotik, nur schnöder Sex, wie vorhin eben. Der kann sehr schön sein, aber er zieht nicht in der Brust, wenn Du daran denkst und er befriedigt nur den Körper, nicht die Seele, und den auch nur für kurze Zeit.
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