Natalia kam von Osten her. Weit östlicher, als er sich träumen ließ. Sie stammte aus St. Petersburg. Doch das erfuhr Fred erst viel später. Ihr Deutsch war so perfekt, dass er sie für eine Deutsche hielt. Denn sie war ein Sprachgenie. Als ausgebildete Dolmagerin beherrschte sie sieben Fremdsprachen. Vier davon perfekt. Er hatte einige hübsche Russinnen kennen gelernt. Fred hatte mal ne Anzeige aufgegeben. Vom quatschen allein, wird ein Mann schließlich trübsinnig. Er liebte den slawischen Typ. Doch von den Gesichtszügen fand er keine slawischen Ähnlichkeiten; hätte ehr auf hellhäutige Südamerikanerin getippt. Auch dass sie ganz in seiner Nähe wohnte, erfuhr er erst am Ende dieser stürmischen Tage.
Doch beginnen wir mit dem Anfang:
In träger Urlaubslaune löffelte er seine spätmittägliche Erbsensuppe im Schatten der großen Korkeiche. Der Campingplatz war nur mäßig gefüllt, denn es war bereits Nachsaison. Sein feuerrotes Moped stand bereits für eine Tour ins kaum besiedelte Umland bereit. Denn er hatte eigentlich schon viel zu viel Sonne getankt, und sein geistiger Fotochip war überprall mit nackter Nixenhaut gefüllt; Handarbeitsvorlagen für lange Winterabende…
Doch an solche Übungen sollte er die nächste Zeit nicht denken. Gerade eben drang das temperamentlose Schütteln eines antiquierten BMW Motorrades an sein Ohr. Ein neuer Nachbar kündigte sich an… Nachbarin, …wurde er aufmerksamer, als die schlanke Gestalt den Halbschalenhelm abnahm, und sich von Pilotensonnenbrille und Gesichtstuch befreite. Langsam neigte sich das schwer beladene Motorrad auf dem dünnen Seitenständer. Er konnte gerade noch hinzuspringen…
„Danke“, meldete sich jene schlanke Gestalt, die gerade ihre schwere Pilotenlederjacke ablegte.
Zierliche Mädchenschultern, und eine sehr flache, aber erkennbar weibliche Brust ließen sich unter dem engen T-Shirt erahnen.
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