Nebenjob

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T. D. Rosari

Bridget winkte dem Taxi. „Wir fahren jetzt zum Blue Circle!“, beschloss die Blondine. Bridgets Freundin Irina hatte nichts einzuwenden. Nach langer Zeit hatten sich die beiden Frauen zu einer Ladies Night in der Stadt verabredet. Inzwischen war es halb zehn am Abend und zwei Bars hatten die Freundinnen schon hinter sich gebracht. „Ich glaube, ich habe jetzt schon zu viele Cocktails intus!“, kicherte Irina, als das Taxi neben den Frauen anhielt.
„Da musst du jetzt durch!“, erklärte Bridget ausgelassen. Der Taxifahrer betrachtete die beiden neuen Fahrgäste wohlwollend: Zwei attraktive Ladies, eine schlanke Blondine und eine etwas kurvigere Brünette, beide in Party-Outfits, die nicht allzu viel der männlichen Phantasie überließen. Bridget trug schwarze Leder-Leggings, High Heels und ein tief ausgeschnittenes Top, Irina einen kurzen Rock mit hohen Stiefeln und schwarzer Bluse.
„Wohin darf es gehen?“, erkundigte sich der Fahrer, neugierig in den Rückspiegel blickend. Es duftete nach teuren Parfüms und Tagträume begannen sich in seinen Gedanken zu manifestieren, die ganz und gar nichts mit seinem Job zu tun hatten.
„Ins Blue Circle! Aber vorsichtig, mir ist schon ein wenig schwindlig!“, erklärte Irina mit einem offenherzigen Lachen. Der Fahrer grinste, rief sich innerlich aber zur Räson und konzentrierte sich wieder auf den Straßenverkehr.
„Kein Problem, Ladies!“, sagte er nur.
Bridgets Aufmerksamkeit richtete sich auf Irina, die offensichtlich Probleme hatte, eine bequeme Sitzposition zu finden. Im nächsten Moment hob Irina ihre rechte Arschbacke an und zog unter ihrem Gesäß eine Clutch hervor. Das war nicht irgendeine Damenhandtasche, sondern ein Designerteil von Balenciaga. Irina hielt die Handtasche Bridget vor die Nase, dann sahen sich beide Frauen fragend an.
„Wir haben eine Clutch gefunden. Sie lag hier auf der Rückbank!“, richtete sich Bridget an den Fahrer.
„Was ist eine Clutch?“, fragte der Chauffeure und Irina kicherte. „Eine Damenhandtasche!“, erklärte Bridget geduldig und grinste dabei ihre Freundin an. Die beiden Frauen amüsierten sich über die Unwissenheit des Mannes.
„Verdammt! Die gehört sicherlich der hübschen Lady, die ich vorhin ins Stadtzentrum gefahren habe. Eine ziemlich kesse Braut, für mein Dafürhalten!“
„Hat sie gesagt, wo sie hinwollte?“, fragte Bridget, die letzte Bemerkung des Fahrers ignorierend. Irina hatte begonnen, neugierig den Inhalt der Tasche zu inspizieren. Da war eine Geldtasche von Liebeskind, Kosmetika der teuren Sorte, eine Packung Marlboro samt Feuerzeug, ein Mobiltelefon. Irina aktivierte das Gerät, der Zugang war aber PIN bzw. Fingerabdruck gesperrt.
„Nein, die hat gar nichts mit mir geredet!“, erklärte der Fahrer. Die hat sich ganz ihrem Typen gewidmet und ihm unanständiges Zeug ins Ohr geflüstert!“ Jetzt war es der Mann, der kicherte. „Heute ist mein Glückstag. So viele erstklassige Sahneschnitten habe ich schon lange nicht mehr kutschiert!“
„Danke für das Kompliment!“, erklärte Irina prompt, wenngleich sie den Charme des Mannes für etwas ungehobelt hielt.  Sie holte inzwischen Kondome in verschiedenen Ausführungen und einen Vibrator aus der Clutch hervor. „Sehen Sie, was ich gefunden hatte!“, verkündete Irina kichernd und hielt das Sexspielzeug so, dass der Fahrer im Rückspiegel einen Blick darauf werfen konnte.
„Oh!“, erklärte der Mann überrascht. „Sie wird das Gerät heute nicht brauchen. Ihr Kerl wird es ihr sicher sehr gerne besorgen!“
Auch Bridget hatte nun ihren Blick in die Handtasche geworfen. Ihr fiel eine Visitenkarte und ein Schlüsselbund auf. „Lady Daphne – Premium Escort Service. Hafenstraße 17a”, las Bridget vor. Sie wendete die Karte und betrachtete die Rückseite.  „High Class Escort für gehobene Ansprüche.“ Auf der Visitenkarte war auch eine Web-Adresse angegeben. Kurzerhand tippte Bridget die Adresse in den Browser ihres Smartphones und scrollte kurz durch die Website. Diese Daphne war eine äußerst hübsche Blondine. Ihr Webauftritt war erstklassig und hatte Stil. Ihre Dienstleistungen würden sicher auf reges Interesse von besser gestellten Herrn stoßen, da bestand für Bridget kein Zweifel.
Irina nahm Bridget die Visitenkarte aus der Hand. „Können Sie uns in die Hafenstraße bringen?“, fragte sie den Fahrer. Bridget schaute Irina fragend an, aber Irina beschwichtige. „Wir gehen schon noch ins Blue Circle! Vorher bringen wir dieser High-Class-Daphne ihr Täschchen!“
Wenig später standen Bridget und Irina vor einem unscheinbaren Gewerbegebäude. In diesem Gewerbegebiet gab es nur Lagerhallen, Montagehallen, Werkstätten und ein paar Bürogebäude für unterschiedlichste Dienstleistungen. Die Straßen waren menschenleer, sie hatten seit Minuten kein Auto gesehen. Das Gewerbegebiet war neu errichtet worden, Straßen, Radwege und Gebäude waren in bestem Zustand. Die Stadtverwaltung hatte sogar ein paar Bäume gepflanzt.
Bridget hatte bereits den Eingang zu 17a gefunden. „Lady Daphne – 4. Etage.“ Bridget betätigte die Klingel. Nichts geschah. “In den Briefschlitz passt die Clutch nicht hinein!“, überlegte Irina.
„Was ist jetzt? Soll ich warten?“ Der Taxifahrer hatte das Seitenfenster geöffnet, genoss den Blick auf Irinas runden Arsch und wartete auf eine Antwort. „Sie können fahren!“, rief Irina zurück. „Wir legen der Dame die Handtasche in die Wohnung und legen den Schlüssel so ins Postfach, dass sie ihn herausfieseln kann.“, sagte sie zu Bridget.  „Als Escort hat sie sicher geschickte Hände!“, kicherte sie.
Bridget merkte, dass Irinas Schwips heftiger war, als sie bisher angenommen hatte. In nüchternem Zustand wäre ihre Freundin nie auf die Idee gekommen, sich Zutritt zum Etablissement einer Edel-Hostess zu verschaffen.
Bridget konnte aber nicht leugnen, dass sie Irinas Idee reizte. Ein kleines Abenteuer wie dieses konnte nicht schaden und wenn sie sich umgesehen und die Tasche abgestellt hatten, würden sie sich ein Taxi nehmen und – wie ursprünglich geplant – ins Blue Circle fahren.
Bridget war gerade im Begriff, die Haustür zu öffnen, als ein roter Mercedes-AMG-Roadster angebraust kam. Er hielt direkt vor Bridget und Irina. Irina blickte Bridget übermütig an – ihr Blick verriet neugierigen Übermut. „Jetzt bin ich mal gespannt!“, sagte sie folgerichtig – mehr zu sich selbst als zu Bridget.
Ein attraktiver Mann Mitte 40 stieg aus dem Auto. Er war klassisch-elegant gekleidet – schwarzer Anzug, schwarze Lederschuhe, weißes Hemd, schwarze Fliege. Die Haare waren dunkel und streng nach hinten gekämmt. Er musterte die Damen neugierig.
„Guten Abend, die Damen. Sie sind Daphne?“, erkundigte sich der Mann mit wohlklingendem Bariton, an Bridget gerichtet.
„So ist es!“, erklärte Bridget höflich und drückte dem Mann zwei Begrüßungsküsschen auf die Wange. Irina fiel aus allen Wolken. Sie war davon ausgegangen, dass Bridget das Missverständnis aufklären würde. Jetzt aber blinzelte Bridget ihrer Freundin kurz zu und Irina wurde nun klar, dass Bridget im Begriff war dem Abenteuer, in das sie geraten waren, eine völlig neue Qualität zu geben.
„Darf ich vorstellen, das ist meine Freundin Lea. Wenn es Ihnen recht ist, werden wir uns heute zu zweit um Sie kümmern. Zum vereinbarten Tarif, versteht sich!“, erklärte Bridget dem Mann. Dieser war überrascht über dieses großzügige Angebot und schien zu überlegen, ob er Bridget alias Daphne trauen konnte. Der Gentleman tat aber alles, den Schein der coolen Gelassenheit zu wahren.
„Ein sehr großzügiges Angebot!“, sagte er dann langsam. Die Art und Weise, wie diese Antwort vorgetragen wurde, signalisierte seine Zustimmung.
Keine Minute später standen der Mann, Irina und Bridget in Daphnes Wohnung. Diese war gekonnt eingerichtet, wenn auch eine Spur zu barock und zu opulent für eine normale Wohnung. Aber dieses Appartement war natürlich keine normale Wohnung, sondern Daphnes „Büro“, wenn man so will. Schwerer, weinroter Samt, schwarzes Holz, goldenes Metall prägten die Inneneinrichtung. Ein Druck von Egon Schiele zierte die Wand, indirekte Beleuchtung vermittelte eine sinnliche Atmosphäre. Große Glasflächen erlaubten den Blick auf die Terrasse und weiter hinaus auf die Skyline der Stadt.
„Ein beeindruckendes Refugium haben sie sich da geschaffen!“, sagte der Mann anerkennend. Er hatte sein Sakko ablegt und Bridget bemerkte mit wachsendem Interesse, dass der Mann sportlich und trainiert wirkte. Ein Mann nach ihrem Geschmack…
Souverän machte sich ihr „Kunde“ an der Bar zu schaffen. Neugierig inspizierte er das Sortiment an Spirituosen. „Sie kennen sich nicht nur mit Inneneinrichtung aus!“, erklärte der Mann anerkennend. „Was darf es sein?“, fragte er dann.
„Ein Cosmopolitain!“, erklärte Bridget. „Ein Daiquiri“, sagte Irina. Die beiden Damen hatten sich in einer großzügigen Sitzlounge niedergelassen und beobachteten den Fremden, der sich gekonnt daran machte, den Damen ihre Drinks zu mixen.
„Was für ein Kerl!“, flüsterte Irina. Bridget grinste. „Sensationell, dieser Typ!”, pflichtete die Blondine ihrer Freundin zu. „Und wie gefällt dir mein Appartement, Lea?“, neckte Bridget ihre Freundin mit dem Fantasienamen, den sie Irina verpasst hatte. „Hervorragend, Daphne!“, gab Irina keck zurück. Inzwischen waren die Drinks serviert worden. Bridget und Irina erfuhren nun, dass sie es mit einem Domenico zu tun hatten. Nachdem Bridget ein-, zweimal an ihrem Drink genippt hatte, fiel es ihr leichter, in die Rolle von Lady Daphne, der Premium-Escort-Dame, zu schlüpfen. Sie rückte ganz nahe an Domenico heran, drehte sich zu ihm und legte ihm die Hand auf seinen Oberschenkel. Der Stoff der Anzughose fühlte sich erstklassig an.
Irina schloss sich Bridgets Bemühungen an und rückte dem Mann von der anderen Seite auf die Pelle. Irina hatte es auf die Fliege des Mannes abgesehen. Sie fand, dass diese den Dingen, die nun folgen sollten, im Wege waren.
Domenico ließ die Damen genießerisch gewähren. Er hatte auch nichts dagegen einzuwenden, als Bridget die Knöpfe des Hemds öffnete und ihre elegante Hand auf seinen Brustmuskel legt. Genauso wenig störte ihn die Tatsache, dass Irina im Begriff war, sich um seinen Gürtel zu kümmern. Bridget kam nun so richtig in Fahrt und wollte wissen, ob dieser Mann küssen konnte. Also schob sie kurzerhand ihre Hand um den Hals des Mannes, drückte ihn an sich heran und erkundete mit zunehmender Geilheit dessen Lippen und die Zunge. Bridget wurde nicht enttäuscht – im Gegenteil. Das waren sündige, feuchte Küsse, die Bridget empfing. Zufrieden nahm sie zur Kenntnis, dass diese Küsse nicht das einzige waren, die feucht waren…
Irina war in der Zwischenzeit nicht untätig gewesen. Zuerst ganz zärtlich, dann fordernder, erkundete sie den Schatz, der sich ganz sicher im Schritt des Mannes versteckte und darauf wartete, gehoben zu werden. Und wie sich dieser Schatz hob! Irina war begeistert von dem, was sie da mit ihren (neu)gierigen Fingern zu fassen bekam! „Der Mann hat nicht nur ein großes Auto!“, berichtete sie der noch immer küssenden Bridget.  
Das dreiblättrige Kleeblatt war ausreichend in Stimmung, um die nächste erotische Stufe zu zünden. Domenico hatte Bridget erwartungsvoll aus ihrem Top geholfen und inspizierte jetzt mit wachsender Begeisterung die üppigen Brüste der Blondine. „Erstklassige Ware!“, stöhnte Domenico. Er hatte es mit einer Überdosis sexueller Reize zu tun, denn Irina hatte begonnen, den so liebevoll von ihr in Form gebrachten Kolben zwischen seinen Beinen oral zu befriedigen.
„Echte Profis, das merkt man sofort!“, keuchte Domenico. Bridget war inzwischen völlig nackt. Sie hatte den Mann energisch dazu gebracht, seine sitzende Position aufzugeben. Also lag Domenico nun – im Gegensatz zu den beiden Frauen, die sehr wohl saßen: Bridget hatte es sich mit weit gespreizten Beinen über der gierigen Zunge des Mannes bequem gemacht und genoss sein akrobatisches Zungenspiel. Irina hockte, nun ebenfalls nackt, auf dem Schoss des Mannes und ritt mit energischem Hüftschwung den prächtigen Schwanz des eleganten Herrn.
Das sündige Treiben in der vierten Etage von Hafenstraße 17a dauerte noch eine ganze Weile. Irgendwann aber kehrte sexuelle Befriedigung und Zufriedenheit ein. Domenico genoss noch das Nachklingen seines Orgasmus, während sich Bridget und Irina wieder ankleideten. Beiden Hobby-Escorts war bewusst, dass die echte Daphne jederzeit hier würde auftauchen können. Sie hatte sicher längst den Verlust ihrer Clutch bemerkt…
„Sie können noch dableiben! Wir haben noch Termine!“, erklärte Bridget. „Ziehen Sie einfach die Tür zu, wenn sie gehen!“, ergänzte Irina.
Domenico erhob sich nun doch und drückte Bridget und Irina sechs 500-Euro-Scheine in die Hand. „Das war die beste Investition seit Jahren!“, meinte Domenico glücklich. Irina schnappte sich die Scheine. Domenico ließ sich wieder in das Sofa fallen und Bridget und Irina machten sich aus dem Staub.
Im Stiegenhaus brachen beide Frauen in ungehemmtes Lachen aus. Das prickelnde sexuelle Abenteuer und die Tatsache, nicht erwischt worden zu sein, versetzten die beiden in Hochstimmung. „Rufe ein Taxi!“, meinte Bridget, als sich ihr Lachanfall kurz ein wenig beruhigt hatte.
Doch es war gar nicht notwendig, ein Taxi zu rufen. Als Bridget und Irina vor das Haus traten, fuhr ein Taxi vor. Es war das gleiche Taxi, das Bridget und Irina vor zwei Stunden genutzt hatten, um hierher zu kommen! Der Fahrer öffnete erneut das Fenster. „Was für eine Party steigt hier eigentlich?“, fragte er neugierig. Inzwischen war eine blonde und sexy gekleidete Frau aus dem Fahrzeug gestiegen. Sie sah gestresst aus und reagierte mit Verblüffung, als sie Bridget und Irina bemerkte. Bevor sie beginnen konnte, Fragen zu stellen, setzte sie Bridget in Bilde:
„Ihre Handtasche liegt in ihrem Appartement und hier ist ihr Schlüssel. Wir haben die Clutch in diesem Taxi gefunden und beschlossen, die Sachen hier abzugeben!“
Daphne war sichtlich erleichtert. „Ich bin ja so froh! Was für ein Alptraum!“, atmete sie auf und umarmte Bridget vor lauter Dankbarkeit.
„Und wir haben Ihren Kunden zu seiner vollen Zufriedenheit abgefertigt!“, meldete sich nun Irina zu Wort und drückte Daphne die Euroscheine in die Hand. Mit grenzenloser Verblüffung und offenen Mund sah Daphne den beiden unbekannten Frauen zu, wie diese ins Taxi stiegen und davonbrausten.

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