Ich zog mein Handy aus der Tasche und öffnete es. Sofort erschien ihr Bild, dass ich als Hintergrundbild genommen hatte.
Nele beugte sich zu mir und ich roch ihren betörenden Duft. „Zeigst du es mir mal ohne die Ikons?“
Ich öffnete meine Galerie und gleich das erste Bild zeigte Nele vor dem Eingang im Lokal. Sie lehnte sich mit der Schulter gegen mich und stützte sich mit einer Hand auf meinem Oberschenkel ab und schaute sich das Foto intensiv an. „Es ist schön geworden, du hast Talent!“
Sie hob ihren Kopf und sah mich merkwürdig an, ihr zauberhafter Mund war mir jetzt so nah und lockte mich. Ich wollte sie küssen, traute mich aber nicht, weil ich mir ihr gegenüber so minderwertig vorkam.
Doch auf einmal nahm mir Nele meine Befürchtungen ab. Ich erzitterte, als ihre Lippen mich sehr zart berührten und ihre Zungenspitze über meine Lippen strich. Es musste ein Traum sein, aus dem ich gleich erwachen würde.
Doch plötzlich wurde nach kurzem Klopfen die Zimmertür geöffnet und die Schwester kam ins Zimmer. Erschrocken fuhren wir beide auseinander und schauten uns verlegen an.
„Oh, ich wusste nicht, dass sie Besuch haben, ich bringe nur ihre Entlassungspapiere, sie können jetzt gehen! Der Bericht des Arztes wird ihnen zugeschickt!“ Schon war die Schwester wieder verschwunden.
Mit einem Gefühl des Verlustes, sah ich zu wie Nele ihre Tasche packte. Wenig später saßen wir im Auto und fuhren schweigend zu ihrer Wohnung.
Irgendetwas zwischen uns war seit dem zarten Kuss anders geworden?
Nach einer halben Stunde hielt ich vor ihrem Wohnhaus und wollte aussteigen, um sie zu ihrer Wohnung zu begleiten. Doch Nele hielt mich zurück: „Können wir uns bitte hier verabschieden? Ich melde mich bei dir!“ Sie hauchte mir noch einen Kuss auf die Wange und stieg aus.
Völlig perplex schaute ich ihr hinterher, erst als die Haustür hinter ihr zufiel, startete ich den Motor und fuhr in Gedanken versunken Nachhause.
Nele
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Nele
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