Neue Freunde

Nach dem großen Sterben – Die Bruderschaft

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Reinhard Baer

„Gehen Sie in die West Street, da hat meine Cousine einen Pub.“
Ich schaute sie dankbar an und sagte, schon im Gehen: „Passen Sie auf sich auf, und seien Sie vorsichtig!“

Wieder draußen knöpfte ich mir Kris vor: „Du musst Deine Gefühle besser im Griff haben. Wenn wir schon der Bäckersfrau auffallen, könnten auch andere auf uns aufmerksam werden, welche die mit mehr als mit Brötchen bewaffnete sind.“
„Was willst Du?“, gab sich Kris widerborstig, „hat es uns nicht weitergeholfen?“ Damit war das Gespräch für sie beendet.
Schulterzuckend sagte ich nichts mehr.

Nach dem Bäckereibesuch machten wir kurz einen Abstecher zu dem besagten Block, den Big Jack sich genommen haben sollte. Wir kamen dabei an dem Krämer vorbei, der immer noch mit einem Besen vor seinem Laden stand, aber nicht fegte. Misstrauisch musterte er uns. Als wir vorbei waren, bildete ich mir ein, seine stechenden, stahlblauen Augen in meinem Nacken zu spüren.
Und tatsächlich hob sich das Quartier von Big Jack von der Umgebung ziemlich ab. Das ganze Karree war von einem massiven Palisadenzaun umgeben, der seine Wohnhäuser im Inneren schützte. Wir zählten etwa sechs Wohnhäuser und ein paar Nebengebäude, aber so genau konnte man das nicht sehen, denn nicht alle Dächer würden den etwa 3 m hohen Schutzzaun überragen. Ich erkannte erneut, mit was für einem Fuchs wir es zu tun hatten. Er hatte sich nicht ein repräsentatives Gebäude an der Hauptstraße genommen, etwa das alte Rathaus, sondern er versteckte sich in einem Gewirr von mehreren Gebäuden, zu denen es nur das Tor in der Fowler Street gab. Und wäre ein Angreifer erst mal auf dem Gelände, wüsste er noch nicht, wo Big Jack sich aufhält.
Und noch etwas lernte ich: Möglicherweise war er nachts gar nicht hier, denn plötzlich öffnete sich das Tor und eine Kolonne von drei Wagen verließ das Mega-Grundstück.

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