Wir betraten die Bäckerei, um uns ein Brot zu kaufen, denn wir hatten noch etwas Lebensmittel von dem Farmer und würden uns heute Abend selbst verpflegen.
Die Frau hinter der Theke schien eine freie Frau zu sein. Sie wirkte etwas gehetzt, aber auch so, als ob man ihr vertrauen könnte und sie nicht gleich Alarm schlagen würde, wenn man sie etwas fragt. Der Laden war ansonsten menschenleer.
„Sagen Sie, wo ist denn hier das Rathaus?“
„Ein Rathaus?“ Ein wenig verhalten schaute sie uns an. „Gibt es hier schon lange nicht mehr. Aber wenn Sie Big Jack suchen: Der hat sich einen ganzen Block genommen. Eingerahmt von der Douglas-, Luther-, Fowler- und … äh … Valley Street. Eingang von der Fowler. Hierunter.“ Sie zeigte unaufgefordert die Himmelsrichtung. „Da, wo sie den Krämerladen … – oh, Mr. Garcia ist ja mal persönlich da – … also da am Laden vorbei die nächste rechts rein, da finden sie unseren Herrscher.“
Wir blickten aus dem Schaufenster. Vor dem Krämerladen stand ein eher schmaler, unscheinbarer Mann, auf einen Besen gestützt. Er fegte nicht, schaute nur, was auf der Straße so passierte.
Man merkte die kaum verhohlene Abscheu gegen den örtlichen Machthaber in der Stimme der Bäckersfrau. Ich fand das leichtsinnig, denn sie kannte uns ja nicht! Aber wir mussten auf sie harmlos gewirkt haben, was ja irgendwie sehr gut war.
„Wie kommen Sie darauf, dass wir zu Big Jack wollen?“
„Na, sie sind doch bestimmt Händler, ich habe sie vorhin gesehen mit ihren Packtieren.“
„Ja, das könnte den Anschein haben“, antwortete ich bewusst mehrdeutig.
„Wissen Sie denn auch, wo wir heute Abend gut sitzen können?“ Ich wurde mutig: „Unter Freunden?“
„Sie scheinen nett, ich habe sie gerade auf dem Sklavenmarkt beobachtet.“ Gleichmütig schaute sie durch die große Schaufensterscheibe nach draußen, „… Ich habe tatsächlich eine Empfehlung für Sie.
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Nach dem großen Sterben – Die Bruderschaft
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