Neue Hoffnung

Hochhausromantik - Teil 4

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Neue Hoffnung

Neue Hoffnung

Yupag Chinasky

Sie habe nur noch an ihn gedacht, habe sich mit ihm getroffen und es sei so schön gewesen, schmusen, ficken mit echten Gefühlen, nicht nur den Kunden etwas vormachen, nett ausgehen, angehimmelt werden, ernst genommen werden. Wann würden solche Herrlichkeiten einer wie ihr, einer kleinen Nutte denn schon einmal passieren. Miro sei übrigens auch der Grund gewesen, warum zu ihm damals so schäbig war. Ja, sie wusste genau, was sie ihm angetan hatte. In Wirklichkeit sei sie nicht so kalt, aber sie habe nur an Miro gedacht und er sei deshalb nur eine lästige Sache gewesen. Sie müsse sich heute noch für ihr Verhalten entschuldigen. Leider war der siebte Himmel, in dem sie sich damals befand, schon nach sieben Tagen vorbei. Miro war in Wirklichkeit ein Gauner und ein verdammter Zuhälter, der sich nach allen Regeln der Kunst eingeschleimt, sie dann eingeseift und ausgetrickst hatte. Nachdem er ein paar Mal, auch tagsüber, in der Wohnung gewesen war und sie sich sogar im Schlafzimmer geliebt hatten, dem wirklich intimsten Bereich, in den sonst nie ein Fremder hinein durfte, ließ er ganz plötzlich die Maske fallen und der ekelhafte, brutale Typ, der er in Wirklichkeit war, kam zum Vorschein. Er war nur so lange freundlich gewesen, bis er alles, was er über sie wissen wollte, in Erfahrung gebracht und ihr Vertrauen erschlichen hatte. Dann schlug er zu, im übertragenen und im wörtlichen Sinn. Erst klaute er ihr mühsam verdientes, sauer erspartes Geld. Da sie Banken misstraute, hatte sie es da aufbewahrt, wo man es niemals aufbewahren sollte, im Schlafzimmer, im Kleiderschrank, unter der Unterwäsche. Miro brauchte keine zwei Minuten, um es zu finden und an sich zu nehmen. Dann verkündete er, dass er von jetzt an ihre Geschäfte regeln und sie beschützen würde und ihre Freundin, das kleine Miniarschloch, wie er sie nannte, solle mitmachen oder verschwinden.

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