Als sie aufbegehrte und ihm sagte, dass sie das niemals tun werde, schlug er zu, mit der Faust, brutal mitten ins Gesicht. „Hier“, sie zeigte auf ihre Zahnlücke, „das war eine Folge und hier“, sie deute auf ihre Nase, „die anderen siehst du schon gar nicht mehr, die blauen Flecken im Gesicht und das Veilchen am Auge, ja auch Schwarze können Veilchen haben.“ Jetzt erst ging ihm auf, was sich an Naomis Gesicht verändert hatte. Es war die Nase, die viel platter und gebogener aussah.
Miro hatte sie an diesem verfluchten Tag massiv bedroht und eingeschüchtert. Wenn sie zur Polizei gehe, würde er kommen und sie totschlagen, darauf könne sie sich verlassen. Und wenn sie nicht täte, was er wolle, würde er zur Polizei gehen. Er habe dort Freunde, gute Freunde und bei der Ausländerbehörde ebenfalls, Freunde, die ihn einiges kosten würden, aber notwendig seien. Es sei ein Kinderspiel einen Vorwand zu finden, dass beide schon ein paar Tage später im Flugzeug säßen, zurück in die Heimat, in den Kral, in die Savanne, dort hätten sie keinen, der auch nur einen Cent für ihre Ärsche ausgeben würde. Er gäbe ihr Bedenkzeit, aber wenn er wieder käme, und er käme garantiert wieder, müsse es so laufen, wie er wolle. Beide müssten für ihn arbeiten, ohne Widerrede. Sie erzählte alles Jessi und beide hatten mächtig Angst und sie sei weder zur Polizei noch zu einem Arzt gegangen, obwohl das für ihr Aussehen sehr wichtig gewesen wäre. Miro kam zwar nicht mehr, anscheinend war er mit dem, was er ergattert hatte, zufrieden, dafür kam aber nach ein paar Tagen der Hausverwalter und fragte sie, ob sie sich in der Wohnung prostituieren würden, er habe einen Hinweis, das dem so sei, das sei illegal und wenn es stimme, sei ihr hiermit fristlos gekündigt, das sei alles im Mietvertrag geregelt, sie könne es ja nachlesen. Der Hausverwalter war richtig wütend und schrie sie an.
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