Neue Hoffnung

Hochhausromantik - Teil 4

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Neue Hoffnung

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Yupag Chinasky

Sie fürchtete, dass die Wahrheit mit dem illegalen Bordell doch noch herauskommen würde. Schließlich wussten ja einige Hausbewohner, was sich in der Wohnung abspielte und dieser verdammte Miro würde sicher auch noch keine Ruhe geben. Hinzu kam, dass sie hier vorerst nicht mehr weiter arbeiten konnte, dann hätte sie auch keine Einkünfte mehr gehabt und auch niemanden, der für die Hälfte der Miete aufkam. Aber eine bezahlbare Wohnung habe sie nicht gefunden, das sei einfach unmöglich in dieser Stadt, daher sei sie schließlich im Puff gelandet. Aber hier sei alles Scheiße und sie wolle nichts wie raus, wisse aber nicht wohin. Die jungen, hellhäutigen Weiber aus Rumänien und Bulgarien würden ihr fast alle Kunden wegschnappen und sie, die Schwarze, ständig mobben und Streit anfangen. Außerdem würde sie viel weniger verdienen als früher. Die Typen, die hier verkehrten, seien viel mieser und geiziger als ihre Stammkundschaft aus früheren Zeiten. Und ihre Stammkunden kämen nicht hierher, die mieden ein öffentliches Haus, sie würden sich wohl erst wieder sehen lassen, wenn sie irgendwo privat zu erreichen wäre. Sie habe ein paar angerufen, aber immer eine Abfuhr erhalten, auch keine Haus- und Hotelbesuche. Sie habe schon alle ihre schönen Sachen verkauft, den Fernseher, die Gucci-Handtasche, ihr teures Handy und einen Teil ihrer Klamotten. Er hörte sich ihre langatmigen Ausführungen geduldig an und gab ihr sein Taschentuch, als sie auch noch zu heulen anfing. Schließlich hatten sie sogar noch Sex, deswegen war er ja in den Puff gekommen und der war überraschenderweise besser, als damals auf der roten Couch. Aber es wartete ja kein ungeduldiger Liebhaber, der falsche Hoffnungen verbreitete, höchstens einer dieser miesen Kunden, die sie ohnehin verabscheute. Er gab ihr Geld, natürlich nur den Standardtarif.

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