Franzi kam lautlos, ohne dass es jemand mitbekam. Peter rief im Sekretariat der Uni an. Auf die Frage, ob Frau Franziska Brauer bei der heutigen Vorlesung anwesend war, bekam er eine negative Auskunft. Peter bedankte sich für die Information, ehe er nachdenklich das Telefonat beendete. Franziska benahm sich immer mehr wie ein Lausebengel, stellte er ernüchtert fest. Franzi war aber eine junge Frau und er wollte, dass ihr das wieder bewusst wurde. Peter setzte sich an seinen Schreibtisch, um einen Brief zu verfassen. Er wirkte zufrieden, nachdem er geschrieben hatte. Peter las sich den Text selbst vor.
Liebe Franziska!
Ich habe heute leider erfahren, dass du unsere Abmachung gebrochen hast. Du warst wieder nicht an der Universität, obwohl eine wichtige Vorlesung stattfand. Ich bin auf deine Ausrede gespannt, die du sicherlich parat haben wirst. Ich bin dennoch traurig, dass du dich nicht bei mir gemeldet hast. Ich möchte dich morgen Abend in unserem Haus sehen. Du wirst dasselbe Kleid tragen, mit dem du damals zu mir und Connie gekommen bist. Du erinnerst dich doch an das kleine Schwarze? Das wirst du anziehen und dir dazu eine Schleife ins Haar binden. Ich möchte mit Franziska sprechen, nicht mit dem Lausbuben namens Franzi! Connie wird dieses Mal nicht da sein, da ich mich unter vier Augen mit dir unterhalten will. Sei bitte pünktlich um 20 Uhr da. Bis dahin alles Liebe.
Peter
Peter verstaute den Brief in einem Umschlag, den er in Franzis und Ilkas Briefkasten steckte. Es war Franzi, die ihn entdeckte, als sie vom Wannsee zurückkam. Sie zitterte, als sie den Umschlag öffnete. Ihre Ahnung bestätigte sich. Der Brief war von Peter, dem sie einfach nichts vormachen konnte. Franzi spürte ein befremdliches Gefühl, als sie von der Schleife las. Der Tomboy bot ihr Schutz, den Peter ihr wegnehmen wollte. Sie schlief schlecht in dieser Nacht, wälzte sich hin und her.
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