Neues Gesetz

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Neues Gesetz

Neues Gesetz

Andreas

Vielleicht hatte ich ja dann Glück! Mit diesen Gedanken konnte ich dann doch schlafen.
Am nächsten Morgen traf ich Simone auf dem Schulweg. Die Rothaarige rieb sich ständig den Hosenboden ihrer abgewetzten Jeans, als sie vor mir herging. Ich getraute mich nicht, sie darauf anzusprechen. Das lag daran, dass ich gar nicht über das Thema nachdenken wollte. Herr Klamm war sowieso allgegenwärtig, da ich ihn gleich in der zweiten Stunde sehen würde. Simone schien es übler erwischt zu haben. Das schlanke Mädchen humpelte leicht, fuhr sich dabei immer wieder über die Kehrseite. Mir tat auch der Po weh, aber es hielt sich in Grenzen. Ich hatte ihn mir am Morgen genau angeschaut, wozu ich mich nach vorn beugte. Ich musste einen Schwanenhals machen, um das Elend genauer betrachten zu können. Ich hatte Glück gehabt, da man nicht viel sah. Mein Po schien recht robust zu sein und es schien, als hätte ihm Mamas Hand nicht so viel anhaben können. Gut, es gab schon eine gewisse Rotfärbung, aber es war nichts Dramatisches. Ich fürchtete, dass sich das ändern könnte, wenn ich Herrn Klamm begegnete. Zuerst war aber Englisch angesagt. Frau Weber war eigentlich eine Nette, aber heute legte sie einen unangenehmen Zynismus an den Tag. Sie rief mich auf: „Jara, würdest du uns folgenden Satz ins Deutsche übersetzen?“ Ich erhob mich, um mich dieser Aufgabe zu stellen. Frau Weber lächelte, als sie den englischen Satz in der exakten Aussprache vortrug: „The government changed some Laws. From now on teachers are allowed to spank naughty boys and girls on their bottoms. It is the decision of the teacher whether the punishment is carried out on the bared behind.” Mir rannen die Schweißperlen von der Stirn, als ich den Satz übersetzte. Frau Weber schien sich köstlich zu amüsieren. Die unscheinbare 45 Jahre alte Frau freute sich sichtlich, dass es mir peinlich war. Ich kann es ihr nicht verdenken, da ich schon manchmal ziemlich frech zu ihr gewesen bin. Das sollte sich nun rächen, als ich stammelnd antwortete: „Die Regierung hat einige Gesetze geändert…von jetzt an…ist es Lehrern erlaubt…unartigen Jungs und Mädchen den Po zu versohlen. Es ist die Entscheidung des Lehrers, ob die Bestrafung auf dem…“, ich schluckte, „…entblößten Hintern durchgeführt wird.“ Frau Weber lächelte, ehe sie etwas spitz anmerkte: „Sehr gut, Jara! Ich sehe schon, dass dir diese Thematik zu liegen scheint. Du hast sehr schön übersetzt!“

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