Nichts Besonderes am Valentinstag

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Nichts Besonderes am Valentinstag

Nichts Besonderes am Valentinstag

Leni Trattner

Ein Schriftzug, der so aussah, als hätte ihn jemand entworfen, der dachte, dass „erotisch" und „billig" dasselbe bedeuten.
Er hat die Flasche geöffnet. Ich habe zwei Gläser geholt. Wir haben uns auf die Couch gesetzt, nicht zu nah, nicht zu weit weg. So, wie wir es immer machten.
„Also", hat er gesagt und hat auf die Verpackung gezeigt. „Das ist es also. Das große erotische Abenteuer."
Ich habe gelacht. „Sei nicht so gemein. Es ist sicher nicht so schlimm."
„Glaubst du das wirklich?"
„Nein", habe ich gesagt. „Aber ich werde es glauben müssen, wenn ich darüber berichte."
Er hat genickt. Hat einen Schluck Wein getrunken.
„Soll ich es auspacken?", hat er gefragt.
Ich habe genickt. Er hat die Verpackung aufgerissen. Das Spiel kam zum Vorschein. Ein Brett mit bunten Feldern. Ein Würfel. Ein Stapel Karten. Ein paar Zettel, auf denen man etwas schreiben sollte.
„Ah", hat er gesagt. „Qualitativ spannend."
Ich habe gelacht. Aber innerlich war ich erleichtert. Weil es so war, wie ich es erwartet hatte. Kitschig. Doof. Peinlich. Genau das beruhigte mich.
Ich habe die Anleitung genommen. Sie war überraschend kurz. Keine zwanzig Seiten, wie bei irgendwelchen Brettspielen, die immer wieder Preise gewinnen. Keine komplizierten Diagramme. Nur ein paar Sätze.
„Man würfelt", habe ich gesagt. „Fährt auf ein Feld. Zieht eine Karte vom entsprechenden Stapel und macht, was auf dieser steht. Wer gewinnt, darf sich am Ende seine Fantasie von der anderen Person erfüllen lassen. Die Fantasie muss man vorher aufschreiben."
Er hat genickt. Hat auf die Zettel gezeigt. „Also das schreiben wir jetzt?"
„Ja", habe ich gesagt. „Aber wir dürfen sie uns nicht zeigen. Erst am Ende zeigt der Gewinner dem Verlierer, was er geschrieben hat. Und das wird dann gemacht, quasi als Preis."
Er hat einen der Zettel genommen.

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