Nichts Besonderes am Valentinstag

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Nichts Besonderes am Valentinstag

Nichts Besonderes am Valentinstag

Leni Trattner

Also nichts, das man erotisch essen konnte, wenn man das Klischee bedienen will. Keine Erdbeeren. Keine Schokoladensauce. Nichts, das nach „romantischer Abend" aussah.
Nur ein Stück Käse. Ein halbes Brot. Ein Glas Honig. Ein paar Oliven. Milch. Reste von einem Abendessen, das ich vor zwei Tagen gemacht hatte. Und in einer Lade fand ich noch eine Tafel Kochschokolade.
Ich habe zurück ins Wohnzimmer gerufen: „Ich habe nichts Erotisches im Haus."
Er hat gelacht. „Dann machen wir es erotisch."
Ich habe den Käse auf einen Teller gelegt. Das Brot daneben. Das Honigglas. Einen Löffel. Die Tafel Kochschokolade. Alles auf den Couchtisch gestellt. Zwischen das Spielbrett und die Karten, die immer noch nach „billiges Erotikspiel" rochen.
„Also", habe ich gesagt. „Was steht auf der Karte?"
Dann hat er vorgelesen: „Füttere deinen Partner mit etwas, das süß ist."
Also riss er die knisternde 250-Gramm-Packung auf und brach mit einiger Mühe ein Stück ab, das klein genug für meinen Mund war.
Und ich war froh – Zucker schien keine schlechte Idee. Aber die Erotik konnte ich nicht so wirklich fühlen.
Ich habe gewürfelt. Eine Fünf. „Essen", stand auf dem Feld. Ich habe eine Karte gezogen. „Lass dich von deinem Partner mit etwas Salzigem füttern."
Ich habe auf die Oliven gezeigt. Er hat eine genommen. Hat sie mir an den Mund gehalten. Ich habe sie gegessen. Und weil ich mir Mühe geben wollte, habe ich mich mit meinem Mund noch ein wenig seinen Fingern gewidmet, die mich gefüttert haben. Etwas, das sich überraschend gut anfühlte.
Wir haben weitergespielt. Die verbleibenden Felder wurden immer weniger, der Wein auch. Die Karten stapelten sich. Der Würfel lotste uns meistens auf „Essen" oder „Trinken", manchmal auch auf „Frage". Selten auf „Kleidungsstück ablegen". Noch seltener auf „Tanzen".

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