Nie wieder Anna!

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Nie wieder Anna!

Nie wieder Anna!

Wulff Triebsch

Wenige Tage später warteten wir aufgeregt auf die Rückkehr Annas vom Autohändler. Stolz teilte sie mit, dass alles wie geplant verliefe. Der Händler müsste aber erst einen Maybach herbeischaffen. Die Probefahrt mit ihr wollte er sich auf keinen Fall entgehen lassen, nachdem sie ihm näher erläutert hatte, was sie auf den Rücksitzen erproben wollte. Anna würde sich wieder melden, wenn der Wagen für eine Probefahrt bereitstand.

*

Drei Tage später war es soweit. Anna teilte mir mit, dass sie schon unterwegs zum Autohändler war. Sie würde, wie verabredet, den Wagen zu dem abgelegenen Waldparkplatz fahren und dort mit der ‚Erprobung‘ der Rücksitze beginnen. Alles andere läge ja danach in unseren Händen.
Ich hatte mich mit einem Kameraden am Waldparkplatz hinter einem dichten Busch versteckt und konnte von dort beobachten, wie der Maybach mit Anna am Steuer tatsächlich langsam auf den kleinen Schotterplatz einbog und anhielt. Anna und der Mann unterhielten sich noch eine Weile. Dann küsste sie ihn; er umarmte sie. Beide stiegen aus und wechselten auf die Rücksitze. Ich beobachtete, wie der Wagen wenig später zu wippen begann, und glaubte sogar Annas stöhnende Stimme zu hören.
Jetzt war der Zeitpunkt gekommen, an dem wir eingreifen konnten. Wir zogen Strumpfmasken über unsere Gesichter, ich stürmte nach vorne zum Maybach, riss die hintere Tür auf und zog Anna von den Schenkeln des Mannes herunter. Ein anderer zerrte den Mann vom Sitz und stieß ihn zu Boden. Wenig später saß er bereits hinter dem Steuer des Maybach.
Ich sprang blitzschnell auf den Beifahrersitz und schloss die Tür hinter mir. Mein Kamerad startete den Motor; Schottersteine flogen auf, als er das Gaspedal durchdrückte, und prasselten auf den Autohändler und Anna, die schützend ihre Hände vors Gesicht hielt. Mit quietschenden Reifen bogen wir auf den Asphalt der Landstraße ein.

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