Und doch war da dieses leichte Kribbeln, diese Aufregung, von der ich mir einfach nicht vorstellen konnte, dass sie vollends unsichtbar war.
Wir waren damals noch … unverbindlich. Friends with benefits, wie man es so nüchtern nennt. Es hatte etwas angenehm Unkompliziertes. Kein Versprechen, keine Erwartungen. Nicht zu viel, um erdrückend zu wirken. Aber gerade daraus ergab sich diese Vielzahl an Möglichkeiten und all dieser Spielraum.
Er hatte etwas erwähnt, das mir nicht aus dem Kopf ging. Nur nebenbei, irgendwie zwischen Scherz und Vorschlag. Und ich hätte es einfach ignorieren können. Doch das wollte ich nicht – und wusste tief in mir, dass er hoffte, dass ich dem nachginge.
So stand ich später draußen am Limmatquai, die Hände in den Manteltaschen vergraben, und betrachtete die Auslage dieses Ladens, vor dessen Schaufenstern ich noch nie verweilt hatte. Weil es sich nicht gehörte – was würden die Leute von einem denken? Denn Zürich ist leider so klein, dass man nie weiß, von welchem Bekannten, Nachbarn oder Neugierigen man gerade beobachtet wird.
Nun betrachtete ich aber einmal bewusst die Auslagen. Sie waren hell beleuchtet, schön dekoriert und überraschend … elegant.
Ich blieb einen Moment zu lange stehen, als würde ich darauf warten, dass jemand mich dabei ertappt, mich noch zurückhaltend zu verhalten. Aber da war niemand. Also ging ich hinein.
Drinnen wurde ich von einer Stille empfangen. Keine aufdringliche Musik, keine schummrige Atmosphäre, nichts von dem, was ich unbewusst erwartet hatte. Stattdessen klare Linien, saubere Regale, fast schon eine sachliche Ordnung.
Ich ging langsam, als müsste ich mir selbst Zeit geben, mich an den Gedanken zu gewöhnen, hier zu sein. Mein Blick glitt über Dinge, die ich nur aus vagen Vorstellungen kannte, jetzt aber in einer beinahe nüchternen Präsentation vor mir lagen.
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