Nur ausprobieren

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Chloé d'Aubigné

Im zweiten Stock wurde es dann … deutlicher.
Materialien, die ich kannte, aber hier ganz anders aussahen. Dunkler, schwerer.
Leder, Metall, alles in Formen, deren Zweck sich nicht mehr ganz so unschuldig erklären ließ. Ich blieb vor einem Regal stehen, ohne genau zu wissen, wonach ich eigentlich suchte.
Oder ob ich überhaupt etwas suchte, mich stattdessen verloren hatte und irgendwo war, wo ich nicht hingehörte.
„Kann ich Ihnen helfen?“
Die Stimme war ruhig, unaufdringlich. Ich drehte mich um, vielleicht etwas zu schnell.
Sie war jünger, als ich erwartet hätte. Schlicht gekleidet, kein Versuch, irgendein Bild von Erotik und Fetisch zu bedienen. Eher das Gegenteil. Sie sah sehr nahbar aus. Ihr Gesicht offen, fast ein wenig vorsichtig, als würde sie mir die Möglichkeit lassen, einfach abzulehnen und zu gehen.
„Ich … weiß nicht genau“, sagte ich und hörte selbst, wie unsicher das klang.
Sie lächelte, aber nicht so, als hätte sie das schon hundertmal gehört und würde mich bemitleiden. Eher, als würde sie sich darin wiedererkennen.
„Das ist meistens so am Anfang.“
Etwas an der Art, wie sie das sagte, ließ mich bleiben. Denn es fühlte sich authentisch an, als würde sie aus Erfahrung sprechen.
Ich zuckte leicht mit den Schultern. „Ich wollte mich nur umsehen.“
„Natürlich“, sagte sie. „Wenn Sie möchten, kann ich Ihnen einfach ein paar Dinge zeigen. Ganz unverbindlich.“
Unverbindlich. Das Wort beruhigte mich mehr, als es sollte. Denn was sollte es auch sonst sein als unverbindlich?
Egal – alles, was mich beruhigte, war gut. Ich nickte.
Sie trat einen Schritt näher, sodass ich ihre Präsenz als etwas Beruhigendes wahrnahm, ohne mich bedrängt zu fühlen. Ihre Bewegungen waren ruhig, kontrolliert, fast vorsichtig.
„Gibt es etwas, das Sie interessiert? Oder eher etwas, bei dem Sie unsicher sind?“

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Gedichte auf den Leib geschrieben