Aber bestimmt genug, dass ich das Gefühl des Seils auf meiner Haut nicht ignorieren konnte.
Und erneut – ich merkte, wie es mir gefiel. Nicht nur das Gefühl des Seils auf meiner Haut. Sondern auch, dass ich gehorchen durfte.
Ich atmete aus.
„Zu eng?“
„Nein.“
Ein kurzer Moment der Stille, in dem ich einfach nur dastand und mir Zeit gab, mich in dieser neuen Situation zurechtzufinden. Mich daran zu gewöhnen, dass ich meine Hände nicht mehr bewegen konnte, sie nun ausgestreckt halten musste. Dass sie das Seil mit diesen Händen hielt und ich ihr also quasi ausgeliefert war.
„Ich werde gut auf Sie aufpassen, keine Sorge“, sagte sie leise.
Dann, nach einer weiteren Pause: „Vertrauen Sie mir?“
Die Frage traf mich unerwartet.
Ich hätte ausweichen können. Etwas Unverbindliches sagen. Stattdessen kam die Antwort fast von selbst.
„Ja, ich vertraue Ihnen vollkommen.“
Ich hörte, wie sie einen Schritt näher kam.
„Wenn dem so ist, wollen Sie auch das?“
Ein schwarzer Stoff in ihren Händen. Ich sah ihn nicht genau, verstand aber sofort.
„Eine Augenbinde“, sagte sie.
Ich zögerte keine Sekunde, nickte wie hypnotisiert.
Als sie sie mir anlegte, wurde die Welt abrupt kleiner. Kein Licht mehr, keine Orientierung, nur noch Geräusche, Nähe, meine eigene Atmung.
„Denken Sie daran. Ich mache dasselbe wie zuvor. Die Handlungen werden sich nicht ändern. Es ist nur Ihre Wahrnehmung, die nun anders sein wird. Lassen Sie sich darauf ein“, sagte sie.
Es war tatsächlich alles intensiver. Bereits das Seil auf meiner Haut fühlte sich noch präsenter an. Nicht kratziger, nicht unangenehm. Es nahm einfach mehr Platz ein, weckte mehr Emotionen, beschäftigte mich stärker.
Das nächste Auftreffen des Wachses ließ mich leicht zusammenzucken. Nicht, weil es stärker war – sondern weil ich es nicht kommen gesehen hatte.
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