Wie schön das alles wäre, aber leider war gar nichts schön. Ich brachte ihn einfach nicht zum Stehen, er konnte mich nicht penetrieren, unsere Erregung versiegte, die Enttäuschung obsiegte. So endete auch der Traum. Es war wie damals, im realen Leben, als er mich, diese unscheinbare graue Maus mit ins Bett nahm, weil ihn keine andere wollte. Und wo auch nichts ging und wir uns enttäuscht trennten und nie mehr etwas voneinander erfuhren. Das war die Realität. Aber hier sei nun das Ende meines Traums an diesem regnerischen Sonntagmorgen erzählt. Im Traum gab es das Hotel, die Bar, das Essen und das Zimmer, all das stellte ich mir haargenau so vor. Ich war auch die perfekte Verführerin, ich hätte einen Eisberg zum Schmelzen gebracht und alles, alles hätte gut enden können. Aber in dem entscheidenden Moment machte ich einen großen Fehler. Denn als der Moment der Wahrheit kam, als wir nackt auf dem Bett lagen, ging bei ihm gar nichts mehr. Er wurde steif wie ein Baum, leider nicht an der richtigen Stelle. Er hörte auf, mich zu betasten, hörte auf mich zu begehren, aber ich blieb heiß und gierig und wollte mein Glück erzwingen. Ich versuchte ihn neu zu erregen, ich lutschte und drückte und massierte, aber alles Tun war vergebens. Er war wie scheintot und ich zunehmend frustriert. Als ich merkte, dass gar nichts mehr ging, wurde ich wütend. Ich hätte besser den Mund gehalten oder wäre aufgestanden und gegangen oder einfach an seiner Seite eingeschlafen. Aber leider bin ich ein impulsiver Mensch, der manchmal die Kontrolle verliert und sich nicht beherrschen kann. Ich begann zu schimpfen. Er verstand zwar nichts, wusste aber genau, was ich sagte. Ich begann dann ihn zu schlagen und zu kratzen, wie dumm von mir. Er wehrte sich nicht, er regte sich nicht, nur sein Blick veränderte sich. Ein Warnsignal, ich ignorierte es. Eine heißblütige, frustrierte Mulattin in Rage, es gibt nichts Schlimmeres auf der Welt. Kurz und gut, ich dumme Kuh, zeigte meine maßlose Enttäuschung überdeutlich. Wie einfach wäre es gewesen, zu warten, und sei es auf den nächsten Morgen, auf eine Auferstehung. Mit Liebe und Geduld hätte ich vielleicht die klapprige Maschine zum Laufen bringen können. Aber nein, Wut, Enttäuschung und mein heißes Blut vernichteten alles und was ich dann tat, war wirklich unverzeihlich. Ich biss mit meinen starken, weißen Zähnen in seine weiche, schlaffe Nudel und er schrie laut auf vor lauter Schmerz. Dann stand er auf, sagte kein Wort, blickte mich nicht einmal an. Er zog sich an, warf mir die Kleider vor die Füße, eine Aufforderung, es auch zu tun, ich tat es, voller Angst, voller Reue, Entschuldigungen, die er nicht verstand, sprudelten aus meinem Mund. Er verstand kein Wort, wollte auch nichts verstehen, packte mich am Arm, hart und schmerzhaft, zog mich aus dem Zimmer, durch den Gang zum Fahrstuhl bis zum Empfang. Ich war so perplex, dass ich mich nicht wehrte. Dort waren um diese nachtschlafende Zeit nur ein alter Mann und der ewig grinsende Boy, der auch Nachtschicht hatte. Ich verstand nicht, was mein Opfer sagte, er verstand meine flehenden, bedauernden Worte nicht, meine Tränen und mein Schluchzen rührten ihn nicht. Er drückte mir einen Geldschein in die Hand und schon war der Boy da und führte mich vor die Tür, warf mich hinaus aus meinem Glück. Es regnete, genau so, wie es heute regnete. Das war das Ende der Geschichte und auch das Ende meines virtuellen Abenteuers, das begann immer gut und endete immer schlecht, so wie im wahren Leben.
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