Er grinste mich, kaum dass wir außer Sichtweite des Empfangs waren, respektlos an, denn er kannte diese Situation genau. Ohne meinen Gönner war ich ein Nichts, nur ein Mensch, der genauso wie er auf der untersten Stufe der Hühnerleiter stand und dazu noch eine Frau. Sein Blick sagte alles, mehr Verachtung hätten auch Worte nicht ausdrücken können. Dass ich ihm kein Trinkgeld gab, nahm er hin, ich hatte nur ein paar Pesos, nichts zum Verschenken, dafür aber ein wunderschönes Zimmer mit einem herrlichen Ausblick auf das tiefblaue Meer, den blendend weißen Strand und die unverzichtbaren Palmen. Genau so ein Strand und ein Hotel wie es die Prospekte zeigen, die ältere Männer veranlassen, einen Traumurlaub zu buchen. Sie träumen, dass schon bei der Ankunft die Traumfrau sie erwartet, die dann keine Sekunde mehr von ihrer Seite weicht, die sie keine Nacht mehr allein lassen wird, schon um zu verhindern, dass sich eine Andere das begehrte Stück Mann erobert. Aber noch war ich allein, Zeit genug, um zu duschen und um mich schön zu machen. Was für ein Komfort, diese tadellose Dusche mit breitem Strahl, eine mit kaltem und warmem Wasser, statt dem Blecheimer, den ich mir sonst über den Kopf gießen musste. Nach einer endlosen Zeit unter der Brause probierte ich alle Fläschchen und Döschen aus, die auf der Ablage im Bad standen.
Ich war geradezu berauscht von dem Duft, der mich nun umgab, der mich einfach umwerfend machte, begehrenswert für den, der bald kommen würde. Eine farbige Frau, die nicht nach Schweiß oder billiger Seife und dem Elend des Daseins roch, sondern nach wahrlich himmlischen Düften. Und meine Haare, meist etwas struppig und abstehend, waren durch das teure Shampoo und die Lotions, die ich reichlich verwendet hatte, so glatt und geschmeidig geworden, wie schon seit ewigen Zeiten nicht mehr.
Nur ein Traum?
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