Frauen wie ich, alle ähnlich, alle auffällig und rasch zu durchschauen, keine Ehefrauen, aber alle wurden respektvoll behandelt, weil sie in Begleitung waren von Männern. Sie machten einen zufriedenen Eindruck, hatten ihr Glück gefunden. Auch die Männer waren sich recht ähnlich. Alle waren ziemlich alt, eigentlich zu alt für diese Frauen, die ihre Töchter hätten sein können, alle waren verliebt und geil, den Blick immer auf einen Busen, die Hand auf einem Po, trinkend, spendabel, glücklich und sprachlos, die verbale Kommunikation war nicht nötig. Obwohl sie in Begleitung waren, starrten sie mich begehrlich an, meine Kurven, das Kleidchen, ich konnte durchaus punkten, das merkt man als Frau, man spürt die Blicke, auch wenn man sie nicht sieht. Männer ohne Begleitung gab es hier kaum. Sie hätten den Weg bis zur Bar wohl kaum geschafft, denn es gab noch genug Mädchen auf der Suche, die im Foyer saßen, in die Bar durften sie nicht, selbstständige Liebeskünstlerinnen, die dringend einen zahlungskräftigen Ausländer brauchten, um nicht enttäuscht und allein und spät in der Nacht in ihre elenden Hütten zurückkehren zu müssen, statt den Hotelkomfort und natürlich auch die Bar voll auszukosten. Diese Frauen wurden zwar auch freundlich behandelt, schließlich waren sie ja ein wichtiger Teil dieser Hotels, Fliegenfänger sozusagen, aber nur bei den bereits Vergebenen wusste man, dass die Rechnung bezahlt wurde, ein unschlagbares Argument für Höflichkeit.
Ich gehörte bereits zu dieser Kategorie, obwohl ich noch allein war. Aber mir wäre es sicher leicht gefallen, an diesem Abend aufzusteigen, von den ungebundenen und wertlosen zu einer mit festem Partner, der für alles aufkam. Zum Glück hatte ich es nicht nötig, einen Begleiter zu suchen, meiner würde ja bald kommen.
Nur ein Traum?
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Nur ein Traum?
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