Nur ein Traum?

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Nur ein Traum?

Nur ein Traum?

Yupag Chinasky

Mein Leben hier in diesem schönen, schwierigen Land ist nicht einfach. Ich bin eine nicht mehr ganz junge, alleinstehende Frau mit all den Bedürfnissen und Nöten, die Frauen nun einmal haben, die aber oft unerfüllt bleiben müssen, weil kein Geld da ist oder die Umstände dagegen sind und deswegen bin ich oft unzufrieden und auch unbefriedigt. Nur in meiner Phantasie kann ich alles tun und lassen, kann alles was ich will kaufen und erwerben, ich kann reisen und erlebe was mir das Leben hier nicht bietet. Und so begab ich mich an diesem regnerischen Sonntagmorgen gleich nach dem Aufwachen und noch im Bett einmal mehr auf eine Phantasiereise, stürzte mich in ein unbekanntes Abenteuer, jagte einer faszinierenden Illusion nach, einer Illusion, die mir immer wieder durch den Kopf ging, geprägt durch die Erinnerung an die beste Zeit in meinem Leben. Eine Erinnerung, die mich nicht loslässt, die mich träumen und manchmal sogar weinen lässt, weil jetzt alles so anders ist, aber nicht nur anders, auch viel schlechter als es sein müsste und weil keine Hoffnung auf Veränderung besteht.

In diesen Träumen, die mich heimsuchen oder die ich herbeiwünsche, spielt ein Wesen aus Fleisch und Blut die Hauptrolle, ein großer Mann mit heller Haut, mit blauen Augen und grauen Haaren, ein Mann bereits im fortgeschrittenen Alter, aber einer, der gut zu mir passt, auch weil der die gleichen Bedürfnisse nach Liebe und Sex hat wie ich. Allerdings gibt es einen gewaltigen Unterschied, ich bin arm und schwach und eine Frau, er ist groß und stark und mit der Macht der Reichen, kann er alles bekommen, ob er es nun braucht oder nicht braucht, er bekommt es, weil er die Mittel hat und die Wege findet. Ich dagegen habe nur meine unerfüllbaren Sehnsüchte und die vage Hoffnung, dass sich vielleicht doch noch etwas ändert in meinem Leben und ich eine zweite Chance bekomme.

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