Nur gegen Bezahlung

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Nur gegen Bezahlung

Nur gegen Bezahlung

Yupag Chinasky

Obwohl sein „model“ ihn auch als Frau durchaus an- und aufregte, zwang er sich, in ihr nur ein Fotomotiv zu sehen, nur ein Objekt, das er unter schwierigen Bedingungen so gut wie möglich aufnehmen wollte.
Dieses Objekt wurde im Verlauf der nun folgenden Nacktaufnahmen immer sicherer, erfand neue Positionen und setzte sich perfekt und mit starker erotischer Ausstrahlung in Szene. Sie beugte sich über den Küchentisch und streckte ihm ihren Hintern entgegen, setzte sich auf den Rand des Spülbeckens, den Oberkörper weit nach hinten gebeugt, auf den Brüsten balancierten zwei Eierbecher als BH. Sie hockte sich mit Knie hohen Schaftstiefeln in die leere Duschkabine und legte sich schließlich, nur noch ein winziger Schritt trennte sie von der Pornografie, mit gespreizten Beinen auf das Bett und betastete mit den Händen lasziv ihren Körper. Doch selbst in diesen spannungsreichen, heiklen Situationen wirkte er nach außen cool und beherrscht. Er ging mit der Kamera wieder ganz dicht an sein Objekt heran. Statt der Augen waren es nun die Brustwarzen, statt der Hände die Pobacken und statt der Lockenpracht ihres Haupthaars, die krause Wildnis ihres Venusdreiecks, die formatfüllend im Sucher erschienen. Wie schon zuvor bei den ersten Aufnahmen, achtete er auch bei den Nacktaufnahmen darauf, dass die schäbige Umgebung des „Studios“ immer in genau der richtigen Dosis präsent war, dass das Modell und das Milieu eine authentische Einheit bildeten. Weil er wegen der Lichtverhältnisse mit sehr weit geöffneter Blende fotografieren musste, konnte er raffiniert mit der Tiefenschärfe spielen, und die unschönen Schatten und Lichter der „bescheuerten Lichtsituation“ setzte er bewusst als ungewöhnliches Stilelement ein. Viele Aufnahmen waren unscharf, verwischt und verwackelt, aber er fand, dass sie gerade wegen dieser Unvollkommenheiten in der gegebenen Situation durchaus angebracht waren.

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