Er überlegte sich auch, ob er diese Bilder der jungen Frau überhaupt schicken sollte oder nicht lieber nur die schönen, harmlosen mit den Szenen auf dem Spielplatz und die, mit den Körperdetails aus der ersten Phase in der Wohnung. Doch dann fand er, dass sie als Modell ein Recht darauf hätte, alles zu sehen. Und es kam auch ein bisschen Eitelkeit ins Spiel. Er wollte ihr sein Können vorführen, ihr die Genialität des gemeinsamen Werkes zeigen, also legte er dem Brief auch einige der verfänglichen Bilder bei.
Er bekam keine Antwort, kein Danke schön, keine Bitte nach einem neuen Treffen, nach weiteren Aufnahmen, was er insgeheim gehofft hatte. Er war etwas enttäuscht, wusste aber auch, dass sich die Einmaligkeit dieser Begegnung nicht wiederholen ließ. So kam es, dass er das Ereignis zwar nicht vergaß, so etwas vergisst man nie, aber durch andere Aktivitäten weitgehend verdrängte. Von einer Veröffentlichung hatte er übrigens, nach intensivem Nachdenken, Abstand genommen. Doch Wochen später kam ein Brief. Es war ein billiger Umschlag, ohne Absender und darin war nur ein Bild, ein einziges, dafür aber eindeutiges Bild. Es zeigte die fast nackte junge Frau auf dem Fußboden der Küche sitzend, den Oberkörper gegen den Küchentisch gelehnt. Ihr BH war zerrissen, eine der Brüste frei, darauf zeichnete sich ein großer schwarz-blauer Fleck ab, den sie vergeblich mit einer Hand zu verdecken suchte. Mit der anderen zog sie krampfhaft ihren Slip nach oben, als ob sie dadurch verhindern könnte, dass ihre Blöße zur Schau gestellt wurde. Unter dem Slip sah man eine verschmierte rote Blutspur hervorkommen, die sich bis über den halben Oberschenkel hinabzog. Am eindringlichsten waren jedoch die ängstlichen, weit aufgerissenen Augen, die verzweifelt in die Kamera starrten. Doch der Anblick der verzweifelten Frau beunruhigte ihn nicht, er wusste ja, dass es nur gespielt, nur inszeniert war.
Nur gegen Bezahlung
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