Nur gegen Bezahlung

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Yupag Chinasky

Eine Patentlösung gab es nicht und so tat er das, was am Naheliegendsten war, er fuhr zu der Wohnung der jungen Frau, um die Lage vor Ort zu klären. Um nicht schon an der Haustür abgewiesen zu werden, wartete er, bis jemand das Haus verließ, stieg die vielen Treppen hoch und klingelte an der Wohnungstür. Erst tat sich nichts und er fürchtete schon, sie sei nicht zu Hause. Doch dann öffnete sich die Tür einen Spaltbreit und sie späte in den Flur. Als sie ihn erkannte, erschrak sie sichtlich und wollte die Tür rasch wieder schließen, doch er hatte einen Fuß dazwischen gestellt. „Lass mich rein, ich muss mit dir reden.“ „Nein, geh weg, ich will nicht, jetzt geht es nicht.“ So ging es eine Weile hin und her, bis sie ihn schließlich doch eintreten ließ. Im hellen Licht der Wohnküche sah er sie genauer an. Ihr Gesicht war bleich und ungeschminkt, die Haut unrein, mit Pickeln hier und da, die Augen verschwollen und ihr Haar, dessen Lockenpracht ihn begeistert hatte, war eine wirre, strähnige, formlose Masse. Das Auffallendste aber war die Angst, die er in ihren Augen sah und die diesmal echt war. „Warum bist du gekommen? Was willst du von mir?“ „Blöde Frage. Ich muss wohl dich fragen, was du von mir willst, warum du mich erpressen willst, du dumme Kuh. Was hast du dir eigentlich gedacht, als du mir das Bild geschickt hast?“ Er hatte sich unaufgefordert an den Küchentisch gesetzt, an den Ort, wo das Beweisstück für seine angebliche Schuld gelegen hatte, der auffällige Rucksack, und hörte der jungen Frau zu, die erst zögerlich, dann immer schneller, immer impulsiver redete.

Sie hatte die Bilder erhalten und sich sehr gefreut. „Die waren absolut Spitze, gerade die schlimmen. Wir waren gut, du und ich.“ Sie habe sie dann versteckt, weil ihr Freund so eifersüchtig sei. Deswegen habe sie auch keinen Kontakt mit ihm aufgenommen und sich noch nicht einmal bedankt. „Der durfte nichts merken.

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