Heute ist Mittwoch, da gehe ich normalerweise in den Paulaner. Aber die haben mich vor zwei Wochen rausgeschmissen, weil ich bei der Abrechnung ein bisschen geschummelt habe. Ich hab halt ganz nötig Geld gebraucht, wegen...ja, wegen dem Fernseher, wegen der Raten, die holen den doch wieder ab, wenn ich die Raten nicht bezahle. Meiner Mutter habe ich das noch gar nicht gesagt mit dem Rausschmiss, die glaubt, ich bin auf Arbeit.“ Sie schluchzte und wischte sich die Tränen mit einem zerknüllten Papiertaschentuch ab. Er blieb kühl und reserviert. „Das tut mir leid. Aber wie kommen wir jetzt weiter? Dir ist doch klar, dass du wegen Vortäuschung einer Straftat und Beihilfe zu einer Erpressung mächtig Ärger bekommen kannst.“ Natürlich war ihr das klar und sie versicherte ihm unter erneuten Tränen, dass sie nie und nimmer daran gedacht habe, ihn zu erpressen, nachdem sie beide, und hier lächelte sie zum ersten Mal schüchtern, nachdem sie beide so viel Spaß an diesem Tag gehabt hatten. Aber ihr Freund, der das alles ausgeheckt habe, er allein, wie sie betonte, ihr Freund sei gefährlich und zu allem fähig. „Der ist ein Schwein, ein echtes Schwein, dem trau ich sogar zu, dass er dich kalt macht. Du musst weg von hier. Er darf dich nicht in der Wohnung erwischen. Bitte geh jetzt, bevor er kommt. Geh bitte sofort.“ Sie beschwor ihn zu gehen, um seines und ihres Heils Willen, wie sie es sehr dramatisch, sehr theatralisch ausdrückte. Sie werde diesem Freund, mit dem sie eigentlich gar nichts mehr zu tun haben wolle, sie werde ihm seinen Plan mit der Erpressung schon ausreden. „Das war doch von Anfang an Schwachsinn. Hab ich ihm gleich gesagt. Wenn ich ihm klar mache, in welch beschissener Lage wir jetzt schon sind, hört er damit auf. Glaub mir. Der hat zu viel Schiss, wenn es drauf ankommt, der will nichts riskieren. Ich kenn ihn doch.“ „Und wenn er nicht aufgeben will?
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