Nur gegen Bezahlung

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Nur gegen Bezahlung

Nur gegen Bezahlung

Yupag Chinasky

“ „Wenn er so doof ist, dann gehe ich zur Polizei und sage denen die Wahrheit. Du brauchst dir wirklich keine Sorgen zu machen. Glaub mir, das mach ich, ich verspreche es dir.“

Sie rührte ihn, wie sie so hilflos und apathisch am Küchentisch saß, den Machenschaften dieses Oberarschlochs von Freund ausgeliefert. Sie steckte bis zur Halskrause in eigenen Problemen und war trotzdem noch um ihn besorgt. Seine Wut verwandelte sich beim Anblick des heulenden, schniefenden Häufchens Elend in Mitleid, ja in Zärtlichkeit. Die Lust auf diese Frau, die ihn schon an jenem bedeutsamen Nachmittag gepackt hatte, keimte wieder auf. Er beugte sich über den Tisch, berührte ihren aufgestützten Arm und streichelte ihn sanft. Sie blickte ihn erstaunt an. „Du musst doch eine Mordswut auf mich haben?“ „Das stimmt schon“ antwortete er, schob jedoch sofort nach „das ist aber jetzt vergessen und vergeben. Das ist gar nicht mehr wichtig. Weißt du, ich mag dich, sehr sogar“. Sie atmete sichtlich erleichtert auf. „Dann ist ja wieder alles gut zwischen uns und du kannst jetzt gehen und mich allein lassen. Wenn du willst, treffen wir uns mal wieder und du machst richtig schöne Bilder von mir und der Kleinen, im Park oder am Neckar. Weißt du, ich wollte dir schon damals sagen, dass es mir gut gefallen hat mit dir, nicht nur wegen der tollen Bilder.“ Sie säuselte noch etwas von Zuneigung und dass er überhaupt ein echt toller Mann sei. Sie liebte das Wort toll. Doch er glaubte ihr kein Wort. Was konnte diese junge Frau von ihm, einem mittelalten Knacker wollen, außer Geld oder irgendwelchen anderen Vorteilen, aber trotz aller Erkenntnisse, faszinierte sie ihn und er war scharf auf sie. Während sie zum x-ten Mal ihr Mantra wiederholte „lass mich bitte, bitte allein, bevor dieser Typ kommt“, fasste er einen Entschluss. Er würde bleiben. Er würde diese zerbrechliche, hilflose Frau nicht diesem unberechenbaren Wüterich überlassen.

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Gedichte auf den Leib geschrieben