Ohne Kaffee hat der Tag keinen Sinn

77 18-29 Minuten 1 Kommentar
Ohne Kaffee hat der Tag keinen Sinn

Ohne Kaffee hat der Tag keinen Sinn

Sven Solge

Als Rosa dann den letzten Absatz der Treppe vor meiner Etage erreicht hatte und ich sie sehen konnte, tat ich natürlich überrascht! Das hatte mir Antonella eingeschärft, damit Rosa keinen Verdacht schöpfen konnte.
„Rosa, du? Was für eine schöne Überraschung!“
Rosa kam mir mit ausgestreckter Hand entgegen: „Tut mir leid, aber Antonella ist was dazwischengekommen und sie hat mich gebeten, dir deine Maschine zu erklären. Ich hoffe du hast nichts dagegen?“
Hatte ich natürlich nicht!
Ich ergriff ihre Hand und zog sie förmlich in meine Wohnung und begrüßte sie wie eine alte Freundin, mit Küsschen links und rechts auf die Wange.
Im ersten Moment versteife Rosa sich etwas, war von dieser Begrüßung wohl etwas überrascht, erwiderte dann aber meine Küsschen.
„Wow, was riechst du gut!“, sagte sie und schnüffelte mit ihrer Nase, etwas an meinem Hals.
„Danke!“, sagte ich. „So dicht sind wir uns im Café ja leider auch noch nie gekommen!“
„Wieso leider?“, fragte Rosa nach. „Wärst du mir denn gerne etwas nähergekommen?“
„Ja schon, aber ich habe mich nie getraut! Du bist so eine schöne Frau, das hätte ich nie gewagt! Weil du für mich unerreichbar bist!“
„Aber wieso jetzt? Was ist hier anders?“ Dabei schaute sie mich so liebevoll an, dass ich sie am liebsten mitten auf den Mund geküsst hätte, konnte mich aber noch zurückhalten.
„Ich fühle mich hier in meinen vier Wänden etwas sicherer!
Darf ich dir meine Siebträgermaschine zeigen, versuchte ich die Situation etwas zu entschärfen.“
Ich führte sie in meine Küche, weil ich schon wieder die Angst verspürte, Fehler zu machen und Rosa für immer zu verlieren.
„Oh, du hast eine `Sage´, gute Wahl!“, sagte Rosa und strich schon fast zärtlich über die Maschine.
Die nächste Stunde verbrachten wir damit, dass Rosa mir den Umgang mit der Maschine erklärte. Sie zeigte mir wie ich den Mahlgrad und die Brühtemperatur einstellte.

Klicke auf das Herz, wenn
Dir die Geschichte gefällt
Zugriffe gesamt: 7058

Sie müssen sich anmelden, um Kommentare hinzuzufügen.

Klitzekleine Bemerkung

schreibt rockroehre

„Ich führte sie in meine Küche […] Unsere aufgestaute Sehnsucht brach sich bahn, als ich sie gegen die Wohnungstür lehnte, die mit einem lauten Knall ins Schloss fiel. […]“ Eigenartiger Ortswechsel. Aber auch ein sehr irritierender Gebrauch von Ausrufezeichen? Und Fragezeichen! Gab's da grad Massenrabatt! Ich frag nur! Aber ansonsten: schön geschrieben und gefällig. Danke sehr und weiter so.

Gedichte auf den Leib geschrieben