Als sie fertig war, warf sie einen Blick auf ihr Handy und sagte hastig und unvermittelt, er müsse jetzt gehen, es sei Zeit wegen der Freundin. Sie würde ihm ihre Telefonnummer geben und er solle sie doch mal anrufen, es sei schön mit ihm gewesen, „it was nice with you, let’s meet again.“ Sie suchte in den Taschen ihrer Jeans, die noch immer auf dem Fußboden lagen, den Kassenzettel vom Supermarkt und schrieb die Nummer auf. Er wunderte sich, dass sie ihn so offensichtlich und so plötzlich hinauskomplimentierte, nachdem sie gerade beteuert hatte, welch schöne Zeit sie miteinander verbracht hatten. Letztlich hatte er aber nichts dagegen zu gehen, denn auch für ihn wurde es langsam Zeit. Als er ihr zum Abschied einen Kuss auf den Mund geben wollte, nach so viel Intimität fühlte er sich dazu berechtigt, bog sie ihren Kopf zur Seite und küsste ihn dafür flüchtig auf die Wange. „Kusse auf Mund, nicht gut.“ Es war, als ob er mit dieser versuchten Zärtlichkeit ein Tabu verletzt habe, denn auf einmal schaute sie ihn gar nicht mehr freundlich an und drängte ihn ziemlich ungeduldig in Richtung Wohnungstür. Wegen all der Eile hätte er beinahe noch seine Einkaufstasche in der Küche vergessen, mit den Joghurts, dem Kefir und dem Rotwein. Als er schon in der Flurtür stand und ihr die Hand reichte, behielt sie diese länger als nötig in der ihren, druckste verlegen herum und schaute ihn dabei genauso an, wie sie ihn am Weinregal angeschaut hatte. „Hast du ein paar Euro für mich? For the nice afternoon. Ich ziemlich blank.“ Er wunderte sich, dass sie die Ausdrücke „ziemlich“ und „blank“ kannte, und kramte noch einmal in seiner Hosentasche. „Habe ich doch recht gehabt“, sagte er zu sich, als er auf den Aufzug wartete. Zugleich musste er sich aber eingestehen, dass er sehr zufrieden, ja fast schon glücklich war.
Ähhh… Verständnisfrage:
schreibt erikzion