Ordnung muß sein

Alles in Ordnung - Episode 4

55 6-10 Minuten 3 Kommentare
Ordnung muß sein

Ordnung muß sein

Svenja Ansbach

Sven wohnte alleine in Limmer, seine Eltern, ein Bruder, eine Schwester in Lüneburg. Ich erzählte ihnen von mir, meiner jetzt in Berlin wohnenden Schwester und meiner Mutter. Wir Kinder waren erst sieben und neun als mein Vater tödlich verunglückte. Meine Mutter musste sich mit uns allein durchschlagen bis sie meinen Stiefvater kennenlernte. Ein prima Kerl, gut zu uns Kindern wohlhabend … und viel älter, 18 Jahre! Sie wohnten in Burgdorf, Ihm gehörte auch das Mietshaus in dem ich wohnte. Jetzt ohne Jürgen hätte ich mir als Verkäuferin die Wohnung überhaupt nicht mehr leisten können. Aber meine Eltern unterstützten mich seit der Trennung.

Heute würde Sven endlich von seiner Fortbildung aus dem Bayrischen zurückkommen. Und nun sollte endlich der Korken von der Flasche! Heute kein rumgemache. Ich war wild entschlossen für den Klassiker: ‚Ran – rauf – rüber.‘
Endlich klingelte es. Er war zurück. Ich fiel schon in der Tür über ihn her und kaum dass ich die Wohnungstür hinter ihm zugezogen hatte, fummelte ich unter seiner Jacke am Hemd und begann das aufzuknöpfen. Er lachte: „Hej, hej, ich freue mich ja auch, dich zu sehen, aber soll ich nicht erst duschen?“
„Ich bin geduscht und dich nehme ich heute auch mit ‚männlicher‘ Ausstrahlung.“ Ich ließ mich also nicht beirren und machte am Hemd weiter. Sven ergab sich anscheinend nur allzu gern in sein Schicksal und streifte die Jacke ab, ließ sie achtlos fallen. Ich war am Gürtel, ein Knopf … und ich streifte die Jeans herunter:
„Uuuh, warum transportierst du denn eine Colaflasche in deiner Unterhose?“
„Da siehst du mal was du mit mir machst, böses Mädchen….“

In diesem Moment klingelte es an der Tür. Sven schaute mich großen Augen an. „Wer ist das?“
„Wir machen einfach nicht auf.“
„Du hast meine Frage nicht beantwortet!“

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Nein nein. mein Fehlom.

schreibt rockroehre

Wer wäre ich Ihre Kollateralschäden zu kritisieren? Ich war nur überrascht, und darum umso neugieriger, ob es sich um das plötzliche »ENDE« womöglich um einen Lapsus Fingrula handelte. Aber nun weiß ich ja bescheid, dank Ihrer raschen Antwort, für die ich Ihnen sehr artig danke. Danke auch für Ihren Hinweis auf den möglichen Kapiteltitel, auf den mein Hirn in dieser Nacht ein befriedigendes Ergebnis zu ejakulieren hat. Ich berichte Ihnen dann natürlich NICHT davon — es sei denn im Rahmen eines gegenseitiges Schweigeeinverständnisses. Auch die noch weiteren denkbaren Kapiteltitel — etwa »Alles der Ordnung nach«, »Außer der Ordnung«, »Ordnung ist das halbe Leben« und »Heilige Ordnung — lieber sie!« und »Ordnung ist nur ein Begriff der Bourgeoisie &c“ — ich hätte die Kapitel alle gerne gelesen, aber Ihr Genius wandelt ja gerade in andere Gefilde. Schade. Aber aber auch schön. Ich werde niemals eine Wanderin aufhalten. Liebe Grüße und mein tiefstes Kompliment.

Tschuligom ...

schreibt Anamur

... liebe Rockröhre und danke für das allgemeine Lob. Wenn Sie meine Geschichten (überwiegend) gelesen haben, wissen Sie das Sie dabei vor Überraschungen nicht sicher sind, nie (Freuen sie sich schon mal auf die Geschichte "Sieben")! Daher müssen Kolateralschäden leider in Kauf genommen werden. Ich habe damit gerechnet, dass das Ende Fragen aufwirft und nicht jeden zufriedenstellen wird. Ist das Gehirn nicht das größte Sexualorgan das wir haben? Schmeißen Sie bitte ihr Kopfkino an und drehen Sie selbst Teil 5 "Ordnung wird überbewertet". ;-) Herzliche Grüße S.Ansbach

Wie jetzt?

schreibt rockroehre

Einfach so Ende? Über alle Maße geschätzte Frau Ansbach — so abrupt lässt man doch keine so bisher clever aufgebaute Erzählung einfach im Nichts verpuffen. Wie herzlos muss man sein, die eigenen Protagonisten in der Schwebe hängen und vor allem die Protagonistin weiterhin, ohne alle Auflösung, im eigenen Saft köcheln zu lassen? Gerade nun, da Sie just ein weiteres Konfliktpotential entkistet haben. Sie sollten sich was schämen. Darüber, allerdings nicht für Ihre bisher mehr als erwiesenes Talent als Autorin, das ich weiterhin zu schätzen weiß. Vielen lieben Dank dafür. (Aber dieses Ende … grmf. Mit dem Ende des SF-Versuchs konnte ich mich ja noch irgendwie anfreunden, aber hier? Grmf.)

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