Ordnung muß sein

Alles in Ordnung - Episode 4

55 6-10 Minuten 3 Kommentare
Ordnung muß sein

Ordnung muß sein

Svenja Ansbach

„Na, ja – könnten meine Eltern sein, also meine Mutter und mein Stiefvater. Kann sein … das ich dich da in den letzten Wochen mal erwähnt habe…“
Ich wurde rot. „Nur erwähnt, aber meine Mutter ist natürlich schrecklich neugierig, ich glaube die wussten aber nicht, dass du erst heute Abend aus Mindelheim zurück bist.“
Sven seufzte, zog sich die Jean hoch und knöpfte sie zu. „Du kannst sie doch nicht einfach vor der Tür stehen lassen!“
„Doch könnte ich, aber sie haben Licht gesehen … Meine Mutter hat einen Schlüssel, die würde nachschauen kommen ob mir was passiert ist.“

„Na ja, das wollen wir ja auch nicht, das deine Ma dich sieht, während ich gerade meinen Lurch in dir versenkt habe.“
Sven konnte schon fast drüber lachen. “Lass sie schon rein, derweil richte ich mich her.“

Ich machte auf und bevor sie dir drei Treppen hoch waren, war Sven wieder vollständig bekleidet und seine Jacke hing am Haken. Als erstes kam mein Stiefvater durch die Tür, Sven schaute ihn freundlich an. Er hatte einen alten Herrn erwartet, aber soo alt wirkt er garnicht. Dann stolzierte meine Mum ins Zimmer, wie immer einen Tick zu jugendlich angezogen, und Sven schaute eine ganz kleine Weile ungläubig bevor er sich fing.
Er sah mich! Nur in älter, in geringfügig älter. Vermutlich scannte er auch ihren Body und stellte fest, gleiche Figur, gleich einladend ausladende Oberweite. Sie kam näher und hielt Sven die Hand hin. „Sie sind also Sven, ich bin Julia!“

Wenige Minuten später saßen wir rund um den Couchtisch, waren beim Du und smalltalkten. Ich behielt Sven im Auge. Er schaute sich meine Eltern an und sah den deutlichen Altersunterschied. Irgendwas schien ihn zu irritieren. Ich nahm ihn da mal raus: “Schatz, hilfst du mir in der Küche.“
Wir waren kaum um die Ecke, da zischte er: „Na sag mal wie alt ist denn deine Mutter?“
„44…., sie und mein leiblicher Vater hatten früh angefangen, Teenager-Eltern. Fritz, mein Stiefvater ist 62.“

Wenig später saßen wir bei Wein und Knabberkram in trauter Runde. Sven schien sich mit der Situationen arrangiert zu haben, wendete sich im Gespräch häufig direkt an meine Mum und war ein guter Unterhalter.
Meine Mum lachte bei allem witzigem und unwitzigem was er sagte, jedes Mal zu laut und zu lange.
Starrte sie ihn an? Starrte er sie an? Als sie aus dem Bad zurückkam, vom ‚Frischmachen‘, hatte sie ihre Bluse zwei Knöpfe weiter geöffnet. Fritz schien das nicht zu bemerken, ich schon!
Und schon ging es wieder los. Mum gurrte ihre Antworten eher, als das sie normal sprach. Ihr Mann Fritz saß ergeben daneben. Ich schaute ihn entgeistert an. Er erwiderte meinen Blick und verdrehte nur die Augen.

ENDE

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Nein nein. mein Fehlom.

schreibt rockroehre

Wer wäre ich Ihre Kollateralschäden zu kritisieren? Ich war nur überrascht, und darum umso neugieriger, ob es sich um das plötzliche »ENDE« womöglich um einen Lapsus Fingrula handelte. Aber nun weiß ich ja bescheid, dank Ihrer raschen Antwort, für die ich Ihnen sehr artig danke. Danke auch für Ihren Hinweis auf den möglichen Kapiteltitel, auf den mein Hirn in dieser Nacht ein befriedigendes Ergebnis zu ejakulieren hat. Ich berichte Ihnen dann natürlich NICHT davon — es sei denn im Rahmen eines gegenseitiges Schweigeeinverständnisses. Auch die noch weiteren denkbaren Kapiteltitel — etwa »Alles der Ordnung nach«, »Außer der Ordnung«, »Ordnung ist das halbe Leben« und »Heilige Ordnung — lieber sie!« und »Ordnung ist nur ein Begriff der Bourgeoisie &c“ — ich hätte die Kapitel alle gerne gelesen, aber Ihr Genius wandelt ja gerade in andere Gefilde. Schade. Aber aber auch schön. Ich werde niemals eine Wanderin aufhalten. Liebe Grüße und mein tiefstes Kompliment.

Tschuligom ...

schreibt Anamur

... liebe Rockröhre und danke für das allgemeine Lob. Wenn Sie meine Geschichten (überwiegend) gelesen haben, wissen Sie das Sie dabei vor Überraschungen nicht sicher sind, nie (Freuen sie sich schon mal auf die Geschichte "Sieben")! Daher müssen Kolateralschäden leider in Kauf genommen werden. Ich habe damit gerechnet, dass das Ende Fragen aufwirft und nicht jeden zufriedenstellen wird. Ist das Gehirn nicht das größte Sexualorgan das wir haben? Schmeißen Sie bitte ihr Kopfkino an und drehen Sie selbst Teil 5 "Ordnung wird überbewertet". ;-) Herzliche Grüße S.Ansbach

Wie jetzt?

schreibt rockroehre

Einfach so Ende? Über alle Maße geschätzte Frau Ansbach — so abrupt lässt man doch keine so bisher clever aufgebaute Erzählung einfach im Nichts verpuffen. Wie herzlos muss man sein, die eigenen Protagonisten in der Schwebe hängen und vor allem die Protagonistin weiterhin, ohne alle Auflösung, im eigenen Saft köcheln zu lassen? Gerade nun, da Sie just ein weiteres Konfliktpotential entkistet haben. Sie sollten sich was schämen. Darüber, allerdings nicht für Ihre bisher mehr als erwiesenes Talent als Autorin, das ich weiterhin zu schätzen weiß. Vielen lieben Dank dafür. (Aber dieses Ende … grmf. Mit dem Ende des SF-Versuchs konnte ich mich ja noch irgendwie anfreunden, aber hier? Grmf.)

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