Ordnung muß sein

Alles in Ordnung - Episode 4

46 6-10 Minuten 3 Kommentare
Ordnung muß sein

Ordnung muß sein

Svenja Ansbach

Morgens nach der Schicht schrieb er mir: „Guten Morgen meine Schöne. Na, das war ja was“ (danach hatte er das emoji mit dem Affen der sich die Hände vor‘s Gesicht hält eingefügt). Er schämte sich. Ich schrieb zurück. „Ist doch nicht schlimm. Ich bin halt fingerfertig“ (danach den zwinkersmiley).
„Neuer Versuch heute Abend? Wochenende!“
„Autsch, da haben wir noch gar nicht darüber gesprochen: Dieses Wochenende geht nicht. Habe schon vor langer Zeit mit meiner besten Freundin Jennifer ein Wellnesswochenende gebucht, aber Sonntagabend bin ich zurück.“
„Ok, Liebes, alles gut. Viel Spaß Euch. S.“
Ja, stimmt das Wellnesswochenende. Ausgerechnet jetzt. Aber andererseits freute ich mich auch auf ein Frauenwochenende. Es wurde dann auch ganz schön. Allerdings wollte Jenni alles über Sven wissen, und ob er gut im Bett sei. Sie hat es mir einfach nicht abgenommen dass wir immer noch nicht ‚geknattert‘ hatten, wie sie sich ausdrückte und fing damit auch gefühlt alle zwei Stunden an. Mit Sven habe ich am Freitag und Samstagabend telefoniert, damit er sich nicht so abserviert vorkam.
Am Sonntagmorgen spürte ich es dann, die ‚Erdbeerwochen‘! Ungefähr zwei Tage früher als ich sie erwartet hatte.
Gegen Abend, wir waren gerade auf der Rückfahrt, Jenni fuhr, rief er an. „Bleibt‘s bei heute abend?“
„Ja, gern. Ich muss dir aber was sagen ... Ich habe die Indianer im Dorf.“
Jenni prustete los, verriss fast das Steuer dabei.
Sven antwortete: „Und, ist das ein Problem?“
„Na ich wollt‘s nur sagen, in drittklassigen Witzen hat der Mann dann plötzlich was anderes vor …“.
Sanne, …Liebes… wir sehen uns um acht Uhr.“ Dann legte er auf.
Jenni schaute mich an.
„Was war denn?“
„Schau nach vorne“, ich zeigte mit zwei Fingern auf meine Augen und dann nach vorne.
„Das ist halt bei mir so. Ich lass dann keinen Mann rein.

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Nein nein. mein Fehlom.

schreibt rockroehre

Wer wäre ich Ihre Kollateralschäden zu kritisieren? Ich war nur überrascht, und darum umso neugieriger, ob es sich um das plötzliche »ENDE« womöglich um einen Lapsus Fingrula handelte. Aber nun weiß ich ja bescheid, dank Ihrer raschen Antwort, für die ich Ihnen sehr artig danke. Danke auch für Ihren Hinweis auf den möglichen Kapiteltitel, auf den mein Hirn in dieser Nacht ein befriedigendes Ergebnis zu ejakulieren hat. Ich berichte Ihnen dann natürlich NICHT davon — es sei denn im Rahmen eines gegenseitiges Schweigeeinverständnisses. Auch die noch weiteren denkbaren Kapiteltitel — etwa »Alles der Ordnung nach«, »Außer der Ordnung«, »Ordnung ist das halbe Leben« und »Heilige Ordnung — lieber sie!« und »Ordnung ist nur ein Begriff der Bourgeoisie &c“ — ich hätte die Kapitel alle gerne gelesen, aber Ihr Genius wandelt ja gerade in andere Gefilde. Schade. Aber aber auch schön. Ich werde niemals eine Wanderin aufhalten. Liebe Grüße und mein tiefstes Kompliment.

Tschuligom ...

schreibt Anamur

... liebe Rockröhre und danke für das allgemeine Lob. Wenn Sie meine Geschichten (überwiegend) gelesen haben, wissen Sie das Sie dabei vor Überraschungen nicht sicher sind, nie (Freuen sie sich schon mal auf die Geschichte "Sieben")! Daher müssen Kolateralschäden leider in Kauf genommen werden. Ich habe damit gerechnet, dass das Ende Fragen aufwirft und nicht jeden zufriedenstellen wird. Ist das Gehirn nicht das größte Sexualorgan das wir haben? Schmeißen Sie bitte ihr Kopfkino an und drehen Sie selbst Teil 5 "Ordnung wird überbewertet". ;-) Herzliche Grüße S.Ansbach

Wie jetzt?

schreibt rockroehre

Einfach so Ende? Über alle Maße geschätzte Frau Ansbach — so abrupt lässt man doch keine so bisher clever aufgebaute Erzählung einfach im Nichts verpuffen. Wie herzlos muss man sein, die eigenen Protagonisten in der Schwebe hängen und vor allem die Protagonistin weiterhin, ohne alle Auflösung, im eigenen Saft köcheln zu lassen? Gerade nun, da Sie just ein weiteres Konfliktpotential entkistet haben. Sie sollten sich was schämen. Darüber, allerdings nicht für Ihre bisher mehr als erwiesenes Talent als Autorin, das ich weiterhin zu schätzen weiß. Vielen lieben Dank dafür. (Aber dieses Ende … grmf. Mit dem Ende des SF-Versuchs konnte ich mich ja noch irgendwie anfreunden, aber hier? Grmf.)

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