Ossis Griff an Sillas Punze – und was aus ihm wurde

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Ossis Griff an Sillas Punze – und was aus ihm wurde

Ossis Griff an Sillas Punze – und was aus ihm wurde

Anita Isiris


Es liess sich nicht verhindern: Mit jedem Monat wurde Silla vermehrt zum Objekt männlicher Begierde auf dem Hilberenhof, und selbst ihr Vater machte nicht Halt vor ihr, etwa, wenn er sie in den Hintern kniff, während sie sich über den Schweinekoben bückte um aufgeweichtes Brot in den dafür vorgesehenen Mulden zu verteilen. Die älteren Knechte quittierten solches Gebaren mit unanständig kläffendem Grinsen. Wie gerne wären sie an des Hilberenbauern Stelle gewesen, um Sillas warmes, pralles Fleisch zu spüren. Diese reagierte jedes Mal unwirsch auf die Annäherungsversuche ihres Vaters, redete aber mit niemandem darüber, denn gerade ihre Mutter würde sie selbst der Sünde bezichtigen. «Stell Dich nicht so an», hatte sie einmal zu ihr gesagt. «Wenn eine von uns sich bückt, ist es klar, dass die Männer Hand anlegen». Silla hatte geschaudert, dann hatte sie ihr Seidenkopfkissen mit Tränen genetzt. Die Hilberenfamilie war wohlhabend. Bei den Seiden- und Gewürzhändlern auf dem Dorfmarkt war Josephina, Sillas Mutter, immer diejenige, die bei weitem am meisten einkaufte und ihren Leiterwagen zu füllen wusste. Neidvolle Blicke der anderen Dorfbewohnerinnen waren ihr sicher, aber niemand wagte sich zu äussern, weil viele von ihnen von der Hilberenfamilie Land gepachtet hatten und somit in einem Abhängigkeitsverhältnis standen. Es wurde Frühling, und Ossi beobachtete aus einem Versteck zwischen zwei Heuballen, wie Silla zärtlich mit den frisch geborenen Lämmern umging, wie diese ihre kleinen, länglichen Köpfe vertrauensvoll in Sillas Schoss legten. Silla gab ihnen ihren Körper, ihre Wärme, ihre Liebe. Und Silla schien es zu mögen, wenn sich das einzige Lamm mit rabenschwarzem Fell mit seinem Kopf zwischen ihren Schenkeln rieb. Sie lief feuerrot an, warf den Kopf zurück und lachte verhalten, während das Lamm von der magischen Stelle zwischen ihren Schenkeln nicht genug zu bekommen schien.

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