Erst jetzt ging ich zurück ins Schlafzimmer, zog mir eine Jogginghose an, dazu ein Shirt. Mehr war nicht nötig. Wie es aussah, war es trocken und warm draußen, mehr brauchte ich nicht für die Hasenjagd.
Mit einem zufriedenen Grinsen im Gesicht, näherte ich mich der Tür, öffnete sie und sah in den Garten, der leicht verwildert war. Ich hatte selten Lust zum Mähen, ließ ihn größten Teils wuchern, war eher eine Wiese. Ein Stück Natur, dass sich von Jahr zu Jahr zurückholte, was wir ihr vor Jahren weggenommen hatten.
Ich musste nicht lange suchen, um Christina zu finden. Sie saß im hohen Gras, stützte sich mit ihren Armen auf dem Boden ab, hatte ein Bein aufgestellt und abgewinkelt, den Korb vor sich abgestellt.
Ihr Kopf zeigte in meine Richtung und sie lächelte mich geheimnisvoll an.
„Was für ein Unglück!“, jammerte sie leise, als ich nah genug an sie herangetreten war, um sie zu verstehen.
„Was hat mein kleines Osterhäschen denn?“, fragte ich mitleidig und kam bis auf drei Meter an sie heran.
„Ich war gerade dabei meine Eier zu verteilen, als ich mir mein Beinchen verknackst habe. Die Kinder werden sehr enttäuscht sein, wenn sie keine im Garten finden werden!“, jammerte sie weiter und verzog ihr Gesicht, als wenn sie zu weinen anfangen wollte.
„Das ist nicht schön!“, war ich sicher und sie nickte mir zu.
„Ja, was soll ich denn machen. Alleine werde ich es nicht schaffen, ich brauche Hilfe!“, meinte sie, sah mich dabei flehend von unten herauf an.
„Ich könnte dir helfen!“, bot ich ihr an und sie schaute mich hoffnungsfroh an.
„Das würdest du tun?“, fragte sie mit einer Stimme, die andeutete, dass sie mir nicht traute.
„Natürlich, für eine Osterhäsin würde ich doch alles tun. Aber das hat seinen Preis!“, setzte ich nach und Christinas Augen verengten sich.
„Du hilfst mir nicht ohne eine Gegenleistung?“, wollte sie wissen, wobei sich ihre Stimme verändert hatte. War sie zuvor zuckersüß, weich und sanft, wurde sie jetzt härter, tiefer und rauer.
„Warum sollte ich. Ist es mein Problem, dass die Kinderchen keine Eier bekommen?“, wollte ich wissen und ließ die Frage im Raum stehen.
Ostern
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schreibt Amorelio