Paarungsfest

15 15-24 Minuten 0 Kommentare
Paarungsfest

Paarungsfest

Peter Hu

Sie sind natürlich auch dazu herzlich dazu eingeladen.“

******************************

Das große Fruchtbarkeitsfest stand also bevor. Alle befreundeten Stämme würden sich treffen, um Neuigkeiten, und natürlich auch reichlich Körperflüssigkeiten auszutauschen. Denn Inzucht war eine ungesunde Sache. Es würde also zu einer herrlichen Massenkorpulation kommen. Gewiss würde man die höfliche Einladung nicht so einfach ausschlagen. Doch heute hatte man genug gevögelt. Auch die Gaumenfreuden durften nicht zu kurz kommen. Und nach den langen Entbehrungen, würde es doppelt gut schmecken...

Nach dem anstrengendem Bad, ...und erst recht nach der kargen Fledermausdiät, war ihr Appetit natürlich nicht mehr zu bremsen. Heißhungrig stopften sich unsere Drei die zahlreichen Köstlichkeiten nur so in den Hals. Sowohl der "Küchenchef", als auch das Kleine Volk, verzeichneten es mit Stolz. Denn hier, wie allerorts, galt es natürlich als große Ehre, wenn es den Gästen schmeckte.
Höflich wartete man also ab, bis die Gesättigten zur Ruhe kamen.

„Hat es ihnen geschmeckt?“ ...erkundigte sich der Häuptling mit zufriedenem Lächeln.

Das Trio bejahte nur nickend.

„Na, dann ist es jetzt wohl an der Zeit, den Wein zu verkosten“, ...meldete sich der ehemalige Pater nicht ohne Stolz zu Wort.

„Ja, da staunen sie? Wir haben einen sehr guten Wein“, …bestätigte der Fürst.
„Unser Antonio hatte Traubenreben im Gepäck, als er bei uns anlandete. Das ehemalige Mönchlein stammt nämlich aus einer alten Winzerfamilie. Auch wenn wir mit seiner Religion wenig anfangen können; ...Wir danken dem Gott aus Rom, dass er uns so einen so nützlichen Priester gesandt hat. Denn der vergorene Euphobiensaft, den wir früher zu festlichen Anlässen getrunken haben, hat uns zwar schnell aus den Sandalen gehauen, war aber geschmacklich die reine Zumutung.“

„Auf den Römischen Gott also!“ ...prostete der abgefallene Priester lauthals in die Runde.

Dankbar schossen die hölzernen Becher in die Höhe. Das halbe Volk nahm den Trinkspruch willig auf. Zwar verstand hier niemand ein einziges Wort vom Gesprochenen. Aber das Fass stand offen. Darauf hatte man sich schließlich das ganze Jahr über gefreut...

Es wurde viel gelacht. Ein behagliches Lagerfeuer erhellte die Hälfte der geräumigen Höhle. Im dunklen Teil nahmen manche den vorgezogenen Ausschank zum Vorwand, sich schon mal aufs große Paarungsfest einzustimmen...

Klicke auf das Herz, wenn
Dir die Geschichte gefällt
Zugriffe gesamt: 2901

Sie müssen sich anmelden, um Kommentare hinzuzufügen.

Gedichte auf den Leib geschrieben