Paarungsfest

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Paarungsfest

Paarungsfest

Peter Hu

Oder wussten diese Wilden nur einfach nicht, dass es sich dabei um eine Waffe handelte?
Im flinken Trab eilten die Eingeborenen durch die verworrenen Gänge. Der Letzte sorgte dafür, dass keiner ihrer Gäste aus Versehen verloren ging.
Endlich gelangten sie in eine große, vom Schein unzähliger Fackeln erhellte Halle. Sie wurden auf die hinlänglich bekannte Art empfangen. Eine Schar von Frauen und Kindern umringte sie neugierig. Auch wild bemalte Krieger fehlten nicht. Aber die hielten sich vornehm zurück. Doch die Frauen waren ohne Scheu. Sie beleckten sogar Hände und Handrücken der Neuankömmlinge, als wollten sie sich von der Qualität des Festessens überzeugen.
Sie schienen sehr zufrieden. Denn ihre Zähne blitzten unter ausgelassenem Gelächter.

Orn war scheinbar durch nichts aus der Ruhe zu bringen. Er studierte, ganz Wissenschaftler, die Besonderheiten der großen Halle. Sie schien offensichtlich einst als zentrale Kultstätte erbaut worden zu sein. Jedoch ganz gewiss nicht von diesen kleinen Leuten.
Und plötzlich fiel es ihm wie Schuppen von den Augen:
Sie waren am Ziel ihrer Forschungsreise angelangt.
Dort im Halbdunkel, direkt an der Stirnwand der künstlichen Höhle, stand ein riesiger, steinerner Ochse. Sein mächtiger Leib war vom Staub der Jahrhunderte bedeckt. Er wurde ganz offensichtlich schon lange nicht mehr als Altar benutzt. In dieser Hinsicht konnte er seine beiden Begleiter jedenfalls beruhigen...

Auch Sabin gewahrte nun die Statue. Plötzlich erinnerte sie sich an ihren Traum. Wieder schmiegte sie sich ängstlich an ihren Professor. Auch Ali pflegte sich in derart brenzligen Situationen lieber an seinen Chef zu halten.
Die Eingeborenen hingegen, bestürmten die exotischen Gäste weiterhin mit ungetrübter Freude. Sie redeten euphorisch auf die fremden Weißen ein, ...und versuchten mit der Geste der an den Mund geführten Hand, den verschüchterten Forschern irgend etwas begreiflich zu machen.

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