Paris, wie es atmet

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Paris, wie es atmet

Paris, wie es atmet

Chloé d'Aubigné

Er machte einfach weiter und erlaubte ihr, sich vollkommen ihren Gefühlen hinzugeben. Und dann kam sie – nicht laut, nicht einmal besonders heftig. Aber sie hatte in diesem Moment das Gefühl, als würde sie auf eine unvergleichliche Weise erfüllt werden und gleichzeitig, als würde alles von ihr abfallen. Aller Stress, alle Gedanken und auch alle Maskerade. Sie fühlte sich vollkommen auf sich zurückgeworfen, vollkommen als Frau, die Lust empfinden konnte, die sich einem Mann hingeben und Sex entspannt genießen konnte. Ihr Körper zog sich zusammen, der Orgasmus überrollte sie wie eine sanfte Welle, trug sie mit sich fort und ließ sie kaum bemerken, wie auch er in ihr kam, dann stillhielt und den Moment ganz in sich aufnahm.
Danach blieben sie eine Weile Seite an Seite liegen, ihre Körper aneinandergepresst, ihre Haut feucht, ihr Atem noch etwas unregelmäßiger, aber ruhiger zugleich. Er hielt sie fest, zog sie ein klein wenig näher an seine Seite, ohne etwas zu sagen. Nur seine Hand sprach deutliche Worte, als sie langsam und sanft über ihren Rücken streichelte, die Kontur ihrer Schultern, die Wölbung ihres Nackens entlang. Schließlich drehte er sie sanft zu sich und küsste sie noch einmal. Langsam. Innig. Ohne das zuvor spürbare dringende Begehren, sondern mit mehr Ruhe, mit mehr Tiefe, mit einer reiferen Leidenschaft, die so gar nicht zu einem ersten Mal passte.
„Sie sehen aus, als hätten Sie das genossen“, sagte er leise.
„Ich weiß nicht, was Sie mir gegeben haben, aber ich fühle mich, als hätte ich es gebraucht“, antwortete sie. „Eines jedoch weiß ich genau. Ich möchte nicht, dass es sofort endet. Ich möchte, dass es noch eine Weile so bleibt, wie es jetzt ist – zwischen uns, in dieser Stille, in dieser Nähe.“
Julien lächelte, neigte sich näher, fast wie ein Versprechen: „Dann lassen wir es bleiben.

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