Somit nickte sie einfach und steuerte mit ihm das Café an, statt weiterzugehen.
Sie saßen an einem der kleinen Marmortische draußen vor dem Café. Sie hatte einen Espresso bestellt, er ebenfalls – und wie selbstverständlich noch je ein Croissant. Dies gefiel ihr. Ein Mann, der nicht der Meinung war, eine Frau sollte am besten nur von Luft, aber keinesfalls von Kohlenhydraten oder gar Zucker leben. Er hatte etwas an sich, dass sie sich in seiner Gegenwart wohlfühlte. Aber dennoch, ihre Sonnenbrille nahm sie nicht ab. Es war wie ein letzter Rest an Tarnung, den sie noch nicht ablegen wollte. Julien, so hatte er sich vorgestellt, sprach nicht viel, aber angenehm ruhig.
Er erzählte weder zu viel noch zu wenig. Keine Fragen nach Herkunft, Beruf oder Beziehung. Nur beiläufige Beobachtungen über Menschen, die vorbeigingen. Eine Frau mit einem Hund, ein Mann mit einem Strauß Rosen. „Er sieht aus, als wollte er um Vergebung bitten. Für eine Liebeserklärung sind es zu wenige Rosen. Oder zu viele“, sagte Julien und nippte an seinem Kaffee.
Sie lachte leise. „Sie sind ziemlich aufmerksam.“
„Nur wenn ich etwas Interessantes sehe. Oder jemanden.“
Es war der Ton, der sie irritierte, aber der sie auch anzog. Keine Spur von Anbiederung, kein Versuch, charmant zu wirken. Er sprach einfach, wie jemand, der die Welt beobachtete und entschieden hatte, sie zu mögen. Und vielleicht auch sie.
Ein Windstoß hob eine Strähne von Élodies Haar. Julien folgte unwillkürlich der Bewegung, als gäbe es nichts Spannenderes zu sehen, als dieses kurze Schauspiel.
„Sie sind auf der Durchreise?“, fragte er.
„Ich spaziere nur“, sagte sie. „Ganz ohne Ziel.“
„Das ist selten – ein Spaziergang ohne Ziel. Meistens laufen Menschen irgendwohin.“
Sie lächelte. „Und Sie? Laufen Sie irgendwohin?“
„Ich gehe ins Musée d’Orsay.
Paris, wie es atmet
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