Parkschaden

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T. D. Rosari

Fünfstellig, wie Bridget befürchtet hatte. Warum nur war sie beim Shoppen so undiszipliniert? Das war ihre Vernunft, die sich hier kurz meldete. Doch gleichzeitig setzte dieser unglaubliche Kick ein, den triebhaft ausgelebte Maßlosigkeit immer bei Bridget auslöste: Egal, ob es Männer und Sex, Geld und Luxusartikel, kulinarische Extravaganzen oder exotische Cocktails waren. Glückshormone fluteten ihren Körper, der Ärger des Arbeitstages wurden von ihnen weggespült wie durch einen Tsunami. Bridget fühlte sich nun federleicht, vital, lebendig, jede Faser ihres Körpers pulsierte vor Lebensfreude.
Bridget wusste, dass ihr Glücks- und Lustzentrum untrennbar an ihr Schmerzempfinden gekoppelt war. Darum liebte sie BDSM und darum wollte sie beim Sex fixiert, gefesselt und gespankt werden. Erst ein brennend roter Arsch brachte sie so richtig in Fahrt. Geteast und vertröstet zu werden, erst aufgegeilt und dann – im wahrsten Sinne des Wortes - auf die Folter gespannt. Das war es, was Bridget beim Sex wollte. Am Ende stand stets die Belohnung, die gleichzeitig Bestrafung war: Prall geschwollene Schwänze, die sie gierig penetrierten, ausdauernd und unablässig malträtierten – jenseits jeder Vernunft, jeder Moral, jeder Zurückhaltung. Alles drehte sich, schneller und immer schneller wie auf einem Karussell, um diese schmerzhafte Lust, die Bridget so unwiderstehlich fand.
Als Bridget mit einem leichten Schwindelgefühl die Boutique verließ, schmerzte das schlechte Gewissen und jubilierte ihre Libido. Es stellte sich Lust auf Sex ein. Wenig überraschend, das passierte immer, wenn sie sich überschwänglichem Genuss hingab. Doch woher sollte sie nun auf die Schnelle einen Mann nehmen, der ihre Kragenweite hatte? Bridget überlegte kurz und beschloss, es beim Golfclub zu versuchen. Freitagnachmittag herrschte dort Hochbetrieb.

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