Und wie lange soll das dauern?“
Sie zuckte mit den Schultern. „Keine Ahnung. Vielleicht ein paar Stunden. Vielleicht ein paar Tage.“
„Tage?“ Ich hob die Hände in einer hilflosen Geste. „Ich soll übermorgen als Aktmodell für eine Zeichenschule posieren!“
Sie warf mir einen skeptischen Blick zu. „Aktmodell?“
„Ich mache Sport“, murmelte ich defensiv. „Boxen, Krafttraining. Die Dozentin meinte, ich hätte eine… interessante Anatomie.“
Die Schwester schnaubte. „Ja, das sieht man.“
Ich wurde rot, erwiderte aber selbstironisch: „Ha ha!“.
Sie grinste wieder, dieses Mal mit einer Art boshafter Freude.
„Haben Sie sonst noch Schmerzen?“, fragte sie, während sie routiniert meinen Puls nahm.
„Nur in meinem Stolz.“
„Das überlebt man meistens.“
Ich starrte sie an. Sie hielt meinen Blick aus, völlig unbeeindruckt. Dann betrat der Stationsarzt das Zimmer – ein älterer Mann mit einem skeptischen Gesichtsausdruck. Er warf einen Blick auf mich, dann auf die Krankenschwester, die gerade meinen Blutdruck maß.
„Ah, Herr… Schneider, richtig? Der Stromunfall?“
Ich nickte.
„Und wie fühlen Sie sich?“
„Abgesehen davon, dass ich aussehe wie ein lebendiges Statussymbol? Großartig.“
Der Arzt ignorierte meinen Sarkasmus und wandte sich an die Schwester.
„Schwester Lena, alles in Ordnung?“
Lena. So hieß sie also. Sie nickte: „Vitalzeichen stabil. Aber die… ähm… ‚Symptomatik‘ besteht weiter.“
Der Arzt sah mich an, dann sie, dann wieder mich. Plötzlich verzog sich sein Mund zu einem fast unmerklichen Lächeln.
„Hm. Interessant.“
„Was ist interessant?“, fragte ich misstrauisch. Er ignorierte die Frage und wandte sich wieder an Lena.
„Sie sollten vielleicht… regelmäßig nach dem Patienten sehen. Nur zur Sicherheit.“
Ihre Augenbrauen schossen hoch.
„‚Regelmäßig‘?“
„Ja.“
Er klopfte mir auf die Schulter.
Patient mit Dauererektion
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