Die beige Bluse passte zu ihren hellblonden Haaren, die ganz knapp ihre Schultern berührten. Paula hatte sich ihre lange Mähne abschneiden lassen, die ihr fast bis zum Hintern reichte. Sie begründete es mir gegenüber mit kaputten Haarspitzen, aber ich vermute, dass sie einfach mal etwas Neues ausprobieren wollte. Die schulterlange Frisur stand ihr ausgezeichnet, was ich ihr auch gleich sagte.
Paulas Hang zu körpernaher Kleidung sollte ja mittlerweile bekannt sein. So dürfte es niemanden verwundern, dass auch dieses Kostüm zu der genannten Kategorie zählte. Zumal Paulas Popo noch zugelegt hatte, was die Größe und Dicke ihrer Backen betraf. Sie zog eines dieser miederartigen Höschen an, das den Bauch flach hält und auch allzu wüstes Gezappel der hinteren Rundungen verhindert. Trotzdem saß der Rock verdammt knapp auf ihren ausladenden Hüften, was mich etwas beunruhigte. Sie erinnern sich bestimmt an die Geschichten, in denen Paulas Popo alle textilen Ketten sprengte. So etwas wollte ich vor unseren japanischen Geschäftsfreunden nicht erleben!
Paula beruhigte mich, versprach mir, dass sie ganz vorsichtig sein würde. „Ich pass schon auf, dass ich mich nicht ruckartig bewege…“, gelobte sie mir, „…und ich brauche mich ja auch nicht zu bücken.“
Das leuchtete mir ein und da sie wirklich toll aussah, vergaß ich mein Misstrauen, das ja ohnehin nur ihrer Kehrseite galt. Als wir im Taxi saßen, dachte ich nicht mehr an etwaige Komplikationen. Die beeindruckende Skyline der Mega-City rauschte vorbei, führte uns die Provinzialität unseres deutschen Alltags vor Augen. Nach einer 20-minütigen Fahrt waren wir am Ziel. Vor dem riesigen Gebäude wimmelte es vor Passanten, darunter eine Horde von Schulmädchen. Sie kicherten und eine gab ihrer Freundin einen Klaps auf den Po, als wir an ihnen vorüber gingen. Ich spürte sofort, dass diese freche Geste ein Kompliment darstellte.
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